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Diabetes bei Stubentigern


Diabetes bei StubentigernMehr als acht Millionen Katzen schnurren sich allein in Deutschland in die Herzen ihrer Besitzer. Der faszinierenden Mischung aus Charme, Stolz, Eleganz und Verspieltheit muss man einfach erlegen sein! Entsprechend groß ist die Sorge, wenn der Stubentiger krank wird, was oft erst spät und nur bei genauem Hinschauen erkannt wird. Dabei bedürfen gerade Erkrankungen wie zum Beispiel Diabetes einer guten Therapie, damit es nicht zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommt.

Katzen sind meisterhaft darin, auch dann noch Haltung zu bewahren, wenn es ihnen gar nicht gut geht. Was mit Blick auf die Evolutionsgeschichte sinnvoll war – für ein Raubtier wie die Katze bedeutet das Zeigen von Schwäche in der Natur den sicheren Tod –, macht es Katzenhaltern heute schwer, frühzeitig zu erkennen, wenn ihrem Liebling etwas fehlt. Trotz ihrer Nähe zum Menschen ist die Katze ein kleines Wildtier geblieben und schafft es oft, Schmerzen oder sogar schwerwiegende Verletzungen im Verborgenen zu halten. Eine genaue Beobachtungsgabe ist deshalb wichtig, um den Gesundheitszustand der eigenen Katze kontrollieren zu können.

Behandlung lohnt sich



So ist zum Beispiel das Verhalten einer zuckerkranken Katze im Anfangsstadium der Erkrankung noch völlig normal. Auffällig ist allein, dass die Katze mehr trinkt und entsprechend mehr Harn absetzt als sonst, oft steigert sich auch der Appetit. Vom felinen Diabetes mellitus, so der medizinische Fachausdruck für die Zuckerkrankheit der Katze, sind immer mehr Tiere vor allem ab dem mittleren Lebensalter betroffen. Als Risikofaktoren für die Stoffwechselstörung kommen ähnlich wie beim Menschen Übergewicht und eine kohlenhydratreiche Ernährung in Betracht. Auch häufige Harnwegsinfekte und chronische Entzündungen der Zähne können die Krankheit begünstigen.
Wird eine Katze mit Diabetes nicht behandelt, entsteht eine sogenannte Ketoazidose, ein lebensbedrohlicher Zustand mit Bewusstseinsstörungen. Um dies zu verhindern, benötigen diabetische Katzen in den meisten Fällen Insulin, das der Katzenhalter nach Einweisung durch den Tierarzt unter die Haut spritzen kann. Die Insulinmenge richtet sich nach dem Blutzuckerwert, der mit einem kleinen Pieks ins Ohr und einem Messgerät ermittelt wird.
„Im ersten Moment ist die Diagnose natürlich schockierend und viele Katzenhalter fragen sich, ob sie ihrem Tier diese Behandlung zumuten sollen“, berichtet Tierheilpraktikerin Petra Scharl. In den meisten Fällen lassen sich aus ihrer Erfahrung die Blutwerte sehr gut einstellen und betroffene Katzen können noch jahrelang ein schönes Leben führen. In ihrer Praxis hat sie sehr gute Erfahrungen mit Vitalpilzen bei zuckerkranken Katzen machen können: „Ich setze den Coprinus Lexikon ein, der sich auch in der Diabetestherapie von Menschen bewährt hat“, sagt die mykotherapeutische Beraterin bei der GfV. Bei der Verabreichung von jeweils einer Tablette morgens und abends sei die Gabe anderer Medikamente oft nicht mehr nötig. Wichtig sei natürlich gerade zu Beginn der Therapie die mehrmals tägliche Kontrolle des Blutzuckerwerts.

Wie kommen die Pilze in die Katze?



Ein heikles Thema bei Katzen ist die Verabreichung von Medizin. Die wenigsten Samtpfoten nehmen Tabletten freiwillig aus der Hand oder mit dem Futter auf. „Meist muss man das Pulver Lexikon in etwas Wasser auflösen und diese Mischung dann mit einer Einmalspritze ohne Nadel direkt ins Mäulchen spritzen“, erklärt Petra Scharl. „Dabei wird der Katzenkopf leicht erhöht gehalten, damit die Katze auch wirklich schluckt.“ Wer geduldig übt, die Nerven behält und den richtigen Handgriff kennt (vom Tierarzt oder Tierheilpraktiker zeigen lassen!), wird schnell eine Routine entwickeln, sodass das Prozedere für Mensch und Katze einigermaßen stressfrei vonstatten geht. Gut geeignet sind auch Pilzextrakte, da sie niedriger dosiert werden können und sich besser in Wasser lösen. Einen Versuch wert ist auch ein anderer Trick: „Manche Katzen lieben Fischöl über alles“, berichtet Petra Scharl. „Wenn man Pilzpulver oder -extrakt in etwas Fischöl auflöst, kann die Verabreichung auch ohne Spritze funktionieren.“

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