Fachinformation Shiitake
Bioaktive Inhaltsstoffe von Lentinula edodes
Neben Vitaminen und Mineralstoffen enthält Shiitake
eine Vielzahl von organischen Substanzen wie Glutamate, Nukleotide, Aminosäuren, Peptide, organische Säuren und Zuckerverbindungen. Aufgrund ihrer pharmakologischen Wirkungen sind das Lenthionin, eine zyklische Schwefelverbindung (1,2,3,5,6-Pentathiepan), sowie das Alkaloid Eritadenin von Bedeutung
Eritadenin ist für die cholesterinsenkende Wirkung von Shiitake
verantwortlich und kann durch spezielle Extrakttechniken konzentriert und standardisiert werden1.
Die immunmodulierenden und antibakteriellen Aktivitäten werden durch Lenthionin und definierte Polysachaccharide2 bewirkt. Zu letzteren zählt auch das (1,3)- ß- D-Glucan und andere Glucan- Verbindungen. Sie werden in ihrer Gesamtheit als "Lentinian" bezeichnet und wirken als T-Zellen-orientierte Immunopotentiatoren3.
Die Wirkprinzipien der Lentinula edodes Inhaltsstoffe:
Beeinflussung des Cholesterinstoffwechsels:
Durch Supplementierung von Shiitake- Eritadenin werden die Plasmakonzentrationen von Cholesterol und Phospholipiden gesenkt, nicht aber der Triglycerid- Gehalt. Der dahinter stehende Mechanismus ist noch nicht eindeutig geklärt, es deutet sich aber an, dass Eritadenin auf den Cholesterinstoffwechsel der Leberzellen direkten Einfluss nimmt. So wurde bereits belegt, dass die cholesterinsenkende Wirkung von Eritadenin eng mit dem Phosphatidylcholin / Phosphatidylethanolamin- Verhältnis in der Leber zusammenhängt4. Auch könnte eine direkte hemmende Beeinflussung des Linolsäure- Metabolismus in den Leberzellen durch Eritadenin für die beobachtete cholesterinsenkende Wirkung verantwortlich sein5.
Antibakterielle und antifungale Effekte:
In einer viel beachteten Tier- Studie konnte nach Fütterung mit Lentinus edodes
– Pulver
und mit Lentinan
eine deutliche Verringerung der Bakterienzahl im Darm der Tiere beobachtet werden. Die Autoren führen diesen Effekt auf die Gegenwart antibakterieller Inhaltsstoffe wie Lenthionin, Terpenoide und Polyphenole zurück6. Neuere Studien am Menschen bestätigen diese Ergebnisse. Bei Fehlbesiedelungen des Darms durch Escherichia coli O-114, Staphylococcus aureus, Enterococcus faecalis, Candida albicans zeigen die Shiitake- Inhaltsstoffe ausgeprägte antibakterielle Effekte. Das Wachstum von probiotischen Bifidobakterien and Laktobakterien war jedoch durch Shiitake- Supplementierung nicht beeinträchtigt7, wodurch sich dieser Vitalpilz auch zum Einsatz bei einer grundlegenden Darmsanierung eignet.
Stimulierung der Immunabwehr:
Lentinian, die bioaktiven Beta-Glukan- Fraktionen von Lentinus edodes
, gelten als effiziente Stimulatoren des Immunsystems. Sie verbessern die Ausschüttung von Immunoglobulin IgA auf der Schleimhautoberfläche, erhöhen die Bildung von Monozyten- spezifischen T-Zellen und intensivieren die zytotoxische Wirkung der Makrophagen gegenüber Bakterien und Viren8. Durch eine gesteigerte Immuntätigkeit konnten im Tierversuch auch die Verbesserung der körpereigenen Tumorabwehr und eine signifikante Verminderung bei der Tumorbildung nachgewiesen werden9. Durch Shiitake- Supplementation findet außerdem eine vermehrte Bildung von speziellen Antikörpern statt (IgG2 und IgM heterophile Antikörper
)10, wodurch sich ein zusätzlicher spezifischer immunologischer Schutz aufbauen kann.
Präventiver und therapeutischer Einsatz:
Prävention arteriosklerotischer Erkrankungen
Im Tierversuch konnte eine anti-atherogene Wirkung des Lentinus edodes
festgestellt werden, was durch die positive Beeinflussung des Cholesterinstoffwechsels erklärt werden könnte11. Neben der positiven Wirkung auf den Cholesterinmetabolismus wird auch über blutdrucksenkende Effekte von Shiitake
berichtet12. Die Wirkkomponente Lenthionin hat zudem auch positive Effekte auf die Blutplättchen- Aggregation13, die einen unabhängigen Risikofaktor im komplexen Geschehen arteriosklerotischer Veränderungen darstellt.
Verbesserung der Darmgesundheit und der darm-assoziierten Immunabwehr
Neben einer generellen Erhöhung der körpereigenen immunologischen Aktivitäten scheint auch eine Steigerung der darmassoziierten Immunabwehr durch Shiitake-Extrakt zu erfolgen. Im Tierversuch wurde nach oraler Supplementierung eine Erhöhung der Lymphozytenzahl im Dünndarm um 40% festgestellt. Parallel dazu intensivierten sich die zytotoxischen Effekte auf Tumorzellen im Darm14.
Begleitender Einsatz bei HIV-Infektionen
Die Effekte der Inhaltsstoffe des Shiitake- Pilzes wurden in verschiedenen klinischen Studien auch an HIV- positiven Patienten untersucht. Dabei zeigte sich sowohl eine hemmende Wirkung auf die Aktivität des HI-Viruses-1 als auch eine Vermindung der Bildung von Leukämiezellen15. Infusionen mit Lentinan
zusammen mit weiterer Medikation führten in einer klinischen Studie an HIV-positiven Patienten zu verbesserten immunologischen Parametern16. Diese Ergebnisse lassen den Einsatz von Shiitake
bei HIV- Patienten als mögliche begleitende Maßnahme für sinnvoll erscheinen.
Prävention von Tumorerkrankungen:
Wie alle Heil- und Vitalpilze hat Shiitake
auch eine starke antikanzerogene Wirkung. In Tierexperimenten konnte durch Lentinan
das Wachstum von Kolonkarzinomen17 und anderen Tumoren18 stark verringert werden. Insgesamt liegt der Schwerpunkt einer Shiitake- Supplementierung beim präventiven Einsatz zur Stärkung des menschlichen Immunsystems, wodurch auch eine Verringerung des Gesamt-Tumorrisikos erreicht wird.
Mögliche Nebenwirkungen und Risikobewertung:
Mehrfach beobachtet wurden allergische Hautreaktionen bei Arbeitern in Shiitake- Pilzfarmen. Durch den Verzehr von Shiitake- Pilzen, in manchen Fällen auch von Shiitake-Pulver, können ebenfalls allergische Reaktionen auftreten. In den meisten Fällen handelt es sich um Hautirritationen, die unter dem Begriff "Shiitake- Dermatitis" zusammengefasst werden. In Deutschland sind bisher nur wenige Fälle von Shiitake- Dermatitis bekannt, so dass das Bundesamt für Risikoforschung Shiitake
in Bezug auf eine mögliche Allergie-Auslösung mit anderen natürlichen Lebensmittelbestandteilen gleich setzt19.
Neben Vitaminen und Mineralstoffen enthält Shiitake
Die immunmodulierenden und antibakteriellen Aktivitäten werden durch Lenthionin und definierte Polysachaccharide2 bewirkt. Zu letzteren zählt auch das (1,3)- ß- D-Glucan und andere Glucan- Verbindungen. Sie werden in ihrer Gesamtheit als "Lentinian" bezeichnet und wirken als T-Zellen-orientierte Immunopotentiatoren3.
Die Wirkprinzipien der Lentinula edodes Inhaltsstoffe:
Beeinflussung des Cholesterinstoffwechsels:
Durch Supplementierung von Shiitake- Eritadenin werden die Plasmakonzentrationen von Cholesterol und Phospholipiden gesenkt, nicht aber der Triglycerid- Gehalt. Der dahinter stehende Mechanismus ist noch nicht eindeutig geklärt, es deutet sich aber an, dass Eritadenin auf den Cholesterinstoffwechsel der Leberzellen direkten Einfluss nimmt. So wurde bereits belegt, dass die cholesterinsenkende Wirkung von Eritadenin eng mit dem Phosphatidylcholin / Phosphatidylethanolamin- Verhältnis in der Leber zusammenhängt4. Auch könnte eine direkte hemmende Beeinflussung des Linolsäure- Metabolismus in den Leberzellen durch Eritadenin für die beobachtete cholesterinsenkende Wirkung verantwortlich sein5.
Antibakterielle und antifungale Effekte:
In einer viel beachteten Tier- Studie konnte nach Fütterung mit Lentinus edodes
Stimulierung der Immunabwehr:
Lentinian, die bioaktiven Beta-Glukan- Fraktionen von Lentinus edodes
Präventiver und therapeutischer Einsatz:
Prävention arteriosklerotischer Erkrankungen
Im Tierversuch konnte eine anti-atherogene Wirkung des Lentinus edodes
Verbesserung der Darmgesundheit und der darm-assoziierten Immunabwehr
Neben einer generellen Erhöhung der körpereigenen immunologischen Aktivitäten scheint auch eine Steigerung der darmassoziierten Immunabwehr durch Shiitake-Extrakt zu erfolgen. Im Tierversuch wurde nach oraler Supplementierung eine Erhöhung der Lymphozytenzahl im Dünndarm um 40% festgestellt. Parallel dazu intensivierten sich die zytotoxischen Effekte auf Tumorzellen im Darm14.
Begleitender Einsatz bei HIV-Infektionen
Die Effekte der Inhaltsstoffe des Shiitake- Pilzes wurden in verschiedenen klinischen Studien auch an HIV- positiven Patienten untersucht. Dabei zeigte sich sowohl eine hemmende Wirkung auf die Aktivität des HI-Viruses-1 als auch eine Vermindung der Bildung von Leukämiezellen15. Infusionen mit Lentinan
Prävention von Tumorerkrankungen:
Wie alle Heil- und Vitalpilze hat Shiitake
Mögliche Nebenwirkungen und Risikobewertung:
Mehrfach beobachtet wurden allergische Hautreaktionen bei Arbeitern in Shiitake- Pilzfarmen. Durch den Verzehr von Shiitake- Pilzen, in manchen Fällen auch von Shiitake-Pulver, können ebenfalls allergische Reaktionen auftreten. In den meisten Fällen handelt es sich um Hautirritationen, die unter dem Begriff "Shiitake- Dermatitis" zusammengefasst werden. In Deutschland sind bisher nur wenige Fälle von Shiitake- Dermatitis bekannt, so dass das Bundesamt für Risikoforschung Shiitake
| 1Enman J, Rova U, Berglund KA: Quantification of the bioactive compound eritadenine in selected strains of shiitake mushroom (Lentinus edodes |
| 2Zheng R, Jie S, Hanchuan D, Moucheng W: Characterization and immunomodulating activities of polysaccharide from Lentinus edodes |
| 3Ooi VE, Liu F: Immunomodulation and anti-cancer activity of polysaccharide-protein complexes. Curr Med Chem. 2000 Jul;7(7):715-29 |
| 4Sugiyama K, Yamakawa A: Dietary eritadenine-induced alteration of molecular species composition of phospholipids in rats. Lipids. 1996 Apr;31(4):399-404. |
| 5Sugiyama K, Yamakawa A, Saeki S: Correlation of suppressed linoleic acid metabolism with the hypocholesterolemic action of eritadenine in rats. Lipids. 1997 Aug;32(8):859-66. |
| 6van Nevel CJ, Decuypere JA, Dierick N, Molly K: The influence of Lentinus edodes |
| 7Kuznetsov OIu, Mil'kova EV, Sosnina AE, Sotnikova NIu: Antimicrobial action of Lentinus edodes |
| 8Kupfahl C, Geginat G, Hof H: Lentinan |
| 9Zheng R, Jie S, Hanchuan D, Moucheng W: Characterization and immunomodulating activities of polysaccharide from Lentinus edodes |
| 10Jennemann R, Sandhoff R, Gröne HJ, Wiegandt H: Human heterophile antibodies recognizing distinct carbohydrate epitopes on basidiolipids from different mushrooms. Immunol Invest. 2001 May;30(2):115-29. |
| 11Yamada T, Oinuma T, Niihashi M, Mitsumata M, Fujioka T, Hasegawa K, Nagaoka H, Itakura H: Effects of Lentinus edodes |
| 12Kabir Y, Yamaguchi M, Kimura S: Effect of shiitake (Lentinus edodes |
| 13Shimada S, Komamura K, Kumagai H, Sakurai H: Inhibitory activity of shiitake flavor against platelet aggregation. Biofactors. 2004;22(1-4):177-9. |
| 14Shen J, Ren H, Tomiyama-Miyaji C, Suga Y, Suga T, Kuwano Y, Iiai T, Hatakeyama K, Abo T: Potentiation of intestinal immunity by micellary mushroom extracts. Biomed Res. 2007 Apr;28(2):71-7. |
| 15Ngai PH, Ng TB: Lentin, a novel and potent antifungal protein from shitake mushroom with inhibitory effects on activity of human immunodeficiency virus-1 reverse transcriptase and proliferation of leukemia cells. Life Sci. 2003 Nov 14;73(26):3363-74 |
| 16Gordon M, Bihari B, Goosby E, Gorter R, Greco M, Guralnik M, Mimura T, Rudinicki V, Wong R, Kaneko Y: A placebo-controlled trial of the immune modulator, lentinan, in HIV-positive patients: a phase I/II trial. J Med. 1998;29(5-6):305-30. |
| 17Ng ML, Yap AT: Inhibition of human colon carcinoma development by lentinan from shiitake mushrooms (Lentinus edodes |
| 18Maruyama S, Sukekawa Y, Kaneko Y, Fujimoto S: Anti tumor activities of lentinan and micellapist in tumor-bearing mice. Gan To Kagaku Ryoho. 2006 Nov;33(12):1726-9 |
| 19Bundesamt für Risikoforschung: Gesundheitliches Risiko von Shiitake-Pilzen. Stellungnahme vom 23.Juni 2004 |










