Tumorhemmenden Wirkstoffe
Die Isolierung eines tumorhemmenden Wirkstoffes aus Agaricus blazei Murill und dessen Wirkmechanismus
Takaku T, Kimura Y, Okuda H.
Zweite Abteilung für medizinische Biochemie und zentrales Forschungslabor
Medizinische Fakultät der Ehime Universität, Shigenobu-cho, Onsen-gun, Ehime 791-0295, Japan
Der Basidiomycetenpilz Agaricus blazei Murill wird traditionell als gesundes Nahrungsmittel zur Prävention von Krebs, Diabetes, Hyperlipidämie, Arteriosklerose
und chronischer Hepatitis
verwendet. In der vorliegenden Studie untersuchten wir die tumorhemmenden Wirkungen von verschiedenen Substanzen, die aus der Lipidfraktion von A. blazei isoliert wurden. Das Tumorwachstum bei mit Sarkom-180-infizierten Mäusen wurde durch orale Verabreichung der aus A. blazei mittels eines Chloroform/Methanol-Gemischs isolierten Lipidfraktion verlangsamt.
Der Wirkstoff mit der tumorhemmenden Aktivität in der Lipidfraktion wurde zunächst mittels Kieselgel-Säulenchromatographie isoliert, dann mittels eines Azetonitril/Methanol-Gemisches (3:2) ausgewaschen und durch direkten Vergleich mit den 1 H-NMR und massenspektrometrischen Spektraldaten einer authentischen Probe als Ergosterol
identifiziert. Die orale Verabreichung von Ergosterol
an Sarkom-180-infizierte Mäuse senkte signifikant das Tumorwachstum in einer Dosierung von 400 und 800 mg/kg und einer Verabreichungsdauer von 20 Tagen. Die unter den in der Onkologie verwendeten Chemotherapeutika beobachteten Nebenwirkungen wie Gewichtsabnahme des Körpers, des Nebenhodenfettgewebes, des Thymus und der Milz und Rückgang der Leukozytenzahl fanden sich hierbei nicht. Ergosterol
zeigte keine zytotoxische Wirkung auf Tumorzellen. Um die tumorhemmende Aktivität von Ergosterol
aufzuklären, untersuchten wir die Wirkungen von Ergosterol
auf die tumorinduzierte Angiogenese, indem wir zwei in-vivo-Modelle verwendeten. Die intraperitoneale Verabreichung von Ergosterol
in Dosierungen von 5, 10 und 20 mg/kg an 5 aufeinander folgenden Tagen hemmte die von Lewis-Lungenkarzinom zellgefüllten Kammern induzierte Neovaskularisierung. Dies lässt vermuten, dass entweder Ergosterol
oder seine Metaboliten an der Inhibition der tumorbedingten Neovaskularisierung beteiligt sind. Deshalb untersuchten wir darüber hinaus die Hemmeffekte von Ergosterol
auf Matrigel induzierte Neovaskularisierung.
Weibliche C57BL/6 Mäuse wurden subkutan mit Matrigel, welcher sauren Fibroblastenwachstumsfaktor und Heparin mit oder ohne Ergosterol
enthielt, beimpft. Ergosterol
hemmte die von Matrigel herbeigeführte Neovaskularisierung. Dies weist darauf hin, dass Ergosterol
direkt die von Matrigel herbeigeführte Neovaskularisierung hemmt. In Anbetracht dieser Ergebnisse scheint es wahrscheinlich, dass die tumorhemmenden Aktivität von Ergosterol
auf eine direkte Hemmung der durch solide Tumoren induzierten Angiogenese zurückzuführen ist. Dies ist der erste Bericht über Ergosterol
als einer die Angiogenese hemmenden Substanz.
Takaku T, Kimura Y, Okuda H.
Zweite Abteilung für medizinische Biochemie und zentrales Forschungslabor
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