Die Lebensenergie Qi in der Traditionellen Chinesischen Medizin

Die Lebensenergie Qi in der Traditionellen Chinesischen Medizin
Die Lebensenergie Qi in der Traditionellen Chinesischen Medizin
Qi: Diese beiden Buchstaben bilden den wohl zentralsten Begriff in der Traditionellen Chinesischen Medizin: Das Wort Qi steht für die durch den Körper fließende Lebensenergie, die alle Organe versorgt und die wichtigste Grundvoraussetzung für Gesundheit ist. Dem Qi (sprich: Tschi) werden verschiedene Bedeutungen zugeschrieben; es wird als Kraft oder Energie bezeichnet, bisweilen auch als Atem, Dampf oder Hauch. In anderen Kulturen gibt es ähnliche Konzepte, etwa das indische Prana, das arabische Baraka oder das Pneuma in der griechischen Medizin. In der TCMLexikon ist die Vorstellung fest verankert, dass Qi als eine Form der Energie durch die Leitbahnen des Körpers (die Meridiane) fließt und dass dieser Energiefluss durch verschiedene Maßnahmen wie die Akupunktur, aber auch durch Ernährung und Bewegung beeinflusst und harmonisiert werden kann.

Qi ist allgegenwärtig

In umfassender, traditioneller Denkweise ist das Qi keineswegs auf Menschen, Tiere und Pflanzen beschränkt, sondern es durchdringt alles Existente im gesamten Universum. So ließ demnach beispielsweise erst das Qi Himmel und Erde entstehen, und das Qi der Sonne ermöglicht das Wachstum der Pflanzen. In Asien ist die Vorstellung, dass der Körper von Qi durchströmt wird, bis heute weit verbreitet. Eng damit verbunden ist das Gegensatzpaar Yin und Yang, dessen Vorhandensein ebenfalls eine zentrale Grundannahme in der TCMLexikon ist. Nur ein Gleichgewicht im Yin und Yang lässt das Qi ungehindert fließen, sodass die Herstellung der Balance von Yin und Yang untrennbar mit der Harmonisierung des Qi-Flusses verbunden ist. Im westlichen Kulturkreis fand die Idee von einer fließenden Lebensenergie zunächst vor allem in esoterischen Kreisen Anhänger. Inzwischen hat sich mit der Akupunktur und den Lehren der TCMLexikon allgemein auch die hinter dem Wort Qi stehende Grundidee vermehrt etabliert, ohne dass es naturwissenschaftlich messbare Belege für diese Energieform gibt.

Qi als Voraussetzung für Gesundheit

Grundprinzip jeder Behandlung gemäß der Philosophie der TCMLexikon ist die Herstellung eines ausgeglichenen Qi-Flusses im Körper. Krankheit entsteht dann, wenn der harmonische Strom aus irgendeinem Grund gestört wird – etwa durch einen Mangel an Qi, eine schlechte Verteilung des Qi im Körper oder durch eine Qi-Stagnation. Die Akupunktur ist die bekannteste Therapieform, um das Qi in den Meridianen wieder zum Fließen zu bringen und die Funktionskreise zu versorgen. Dabei spricht die TCMLexikon auf diese Funktionskreise bezogen zum Beispiel vom Lungen-Qi oder vom Leber-Qi, wobei diese Namen der Funktionskreise nur teilweise den gleichlautenden Organen gemäß der westlichen Medizin entsprechen, sondern weit mehr umfassen. Neben der Akupunktur werden auch die Akupressur, Massagen, Kenntnisse aus der chinesischen Ernährungslehre sowie spezielle Nahrungszusätze aus Pflanzen und Pilzen eingesetzt, um den Fluss des Qi zu fördern.

Die Arbeit am Qi

Neben den genannten vier Säulen der Therapie kommt der fünften Säule bei der Behandlung von Störungen des Qi-Flusses beziehungsweise vor allem auch in der Prävention eine besonders elementare Rolle zu. Jeder Mensch ist für die Aufrechterhaltung seines individuellen gesunden Qi selbst verantwortlich, und dabei hilft ihm das Qigong, das deshalb in Asien enorm verbreitet ist. Qigong ist eine Bewegungsform, aber auch eine Form der Konzentration und Meditation. Qigong soll die Gesundheit von Körper und Geist fördern. Übersetzt heißt Qigong „Arbeit am Qi“. Die Übungen sind so aufgebaut, dass sie sehr gezielt das Qi stärken und harmonisieren sollen. Es gibt sehr viele verschiedene Varianten des Qigong, bei denen jedoch grundsätzlich die Art der Atmung sehr wichtig ist. In China üben viele Menschen Qigong täglich mit dem Ziel, Qi-Stagnationen vorzubeugen, geistig gesund zu bleiben und das Leben zu verlängern.