Die Mechanismen der Krankheitsentstehung aus Sicht der TCM

Die Mechanismen der Krankheitsentstehung aus Sicht der TCM
Die Mechanismen der Krankheitsentstehung aus Sicht der TCM
Die Lebensenergie Qi ist der wohl zentralste Begriff in der Traditionellen Chinesischen Medizin – auch wenn es darum geht, die Mechanismen der Krankheitsentstehung zu verstehen. Der ungehinderte, harmonische Fluss der Lebensenergie Qi gilt als grundlegende Voraussetzung für die Gesundheit. Krankheiten können entstehen, wenn aus welchen Gründen auch immer Störungen im Energiefluss auftreten. Ziel einer jeden Behandlung ist deshalb, das Qi des einzelnen Menschen zu wecken und zu stärken. Damit wird die Grundlage zur Regeneration geschaffen.
 

Äußere und innere Faktoren


Die TCMLexikon teilt die Ursachen für Blockaden im Qi-Fluss – und damit für die Krankheitsentstehung – in äußere und innere Faktoren ein. Die äußeren Faktoren bezeichnen Witterungseinflüsse, die nicht generell schädlich für uns sind, bei einem ohnehin geschwächten Energiezustand allerdings das Qi deutlich beeinträchtigen: 
 
  • Wind
  • Hitze
  • Trockenheit
  • Feuchtigkeit
  • Kälte

Jeder Mensch reagiert mit einer anderen Empfindsamkeit auf einen oder mehrere dieser äußeren Faktoren. Während der eine bei hohen Temperaturen unter Kreislaufproblemen, Bluthochdruck und Schwächegefühl leidet, hat ein anderer vielleicht mit Hitze keinerlei Probleme, wird dafür allerdings von Kälte mit erhöhter Infektionsneigung, Rückenschmerzen und chronischer Müdigkeit beeinträchtigt. Darüber hinaus kennt die TCMLexikon fünf innere Faktoren, die Krankheiten Vorschub leisten. Es handelt sich um die folgenden Emotionen
  • Wut
  • Freude
  • Traurigkeit
  • Grübeln
  • Angst

Die inneren und äußeren Faktoren hängen eng miteinander zusammen – so gehören beispielsweise der äußere Faktor Feuchtigkeit und der innere Faktor Grübeln zum Element Erde, einer der fünf Wandlungsphasen. Dies lässt sich veranschaulichen, wann man an einen feuchten, trüben Herbst- oder Wintertag denkt. Sehr viele Menschen neigen dann zu Trägheit, Schwermut – und eben zum Grübeln. Ist ein Mensch ohnehin dem Erd-Typ zuzuordnen, können äußerer und innerer Faktor zu einem energetischen Ungleichgewicht beitragen, aus dem heraus Krankheiten entstehen. Sind die Selbstheilungskräfte stark genug, werden kurzfristige Ungleichgewichte schnell wieder ausgeglichen und die Gesundheit bleibt erhalten. Wirken die Einflussfaktoren allerdings zu stark oder ist der Mensch zum Beispiel durch eine Vorerkrankung geschwächt, greifen die körpereigenen Regulierungsversuche nicht hinreichend und es kann zur Krankheit kommen. Für die TCMLexikon ist eine Erkrankung immer etwas sehr Komplexes. Dass eine einzelne, kleine Ursache zur Krankheit führt, ist unwahrscheinlich.
 

Krankheit als Momentaufnahme


Bevor eine Krankheit mit schulmedizinisch definierten Symptomen offenbar wird, geht ihr aus Sicht der TCMLexikon eine lange Geschichte voraus. Vor dem Hintergrund der Einheit aus Körper und Seele zeigen sich beim Menschen Beschwerden oft zunächst psychosomatisch (oder, gemäß der TCM-Diagnostik, zum Beispiel anhand des Pulses oder der Zunge). Hier setzt die westliche Schulmedizin meist noch nicht mit der Behandlung an. Die TCMLexikon hingegen hält für dieses Stadium effektive Behandlungsansätze bereit, die bewirken sollen, dass sich eine Krankheit gar nicht erst auf der körperlichen Ebene manifestiert. Wenn dies passiert, hat die Krankheit für die TCMLexikon eine Stufe der Entwicklung erreicht, die bereits weit zuvor begonnen hat. Krankheiten sind also komplexe Prozesse, und ihre Behandlung erfolgt jeweils aufgrund einer Momentaufnahme. Ein Beispiel: Ein durch Kälte entstandener Infekt („Erkältung“) ist üblicherweise innerhalb seines Verlaufs von 10 bis 14 Tagen durch verschiedene Stadien gekennzeichnet. Die TCMLexikon behandelt gezielt diejenigen Symptome, die aktuell vorherrschen, und nicht das Beschwerdebild Erkältung an sich. Gerade in dieser Fokussierung auf den augenblicklichen Zustand des Patienten liegt eine wesentliche Stärke der TCMLexikon.