Altbewährtes findet wieder Beachtung

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Die Schröpftherapie

Ursprung und Geschichte

Das Schröpfen gilt als eine der ältesten Therapieformen überhaupt. Es wurde erstmals vor 5000 Jahren in China und vor über 3000 Jahren in Mesopotamien beschrieben.

Bereits im griechischen und ägyptischen Altertum finden sich Darstellungen von Schröpfköpfen, die Schröpfglocke war sogar Emblem der Ärzte. Auch die älteste indische Arztschrift, das Ayurveda, berichtet schon darüber. Die Ärzte benutzten Saugglocken aus Horn, Bambus, Keramik, Silber, Bronze, Kupfer oder Glas.

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts erfreut sich das Schröpfen wieder zunehmender Beliebtheit. Die Methode wird heutzutage in erster Linie von Heilpraktikern praktiziert. In der Chinesischen Medizin gehören Schröpfköpfe zum Instrumentarium der Akupunkteure, mit denen sie organspezifische Energiepunkte aktivieren.

Wirkungsmechanismen

Schröpfen zählt aus naturheilkundlicher Sicht zu den ausleitenden Verfahren (Ab- und Ausleitungsverfahren), deren Ziel es ist, schädliche Stoffe oder krank machende Substanzen aus dem Körper zu entfernen. Unterschieden werden blutiges Schröpfen, trockenes Schröpfen und die Schröpfkopfmassage. Beim Schröpfen werden unter Vakuum stehende Schröpfgläser auf die Haut, hauptsächlich auf den Rücken (seltener z. B. über der Leber, auf Brust, Bauch oder Oberschenkel), aufgesetzt. Das Schröpfen verbessert die lokale Durchblutung, den Lymphfluss und den Stoffwechsel im behandelten Hautareal, es lockert in der betreffenden Region Verspannungen und Verhärtungen und kann Schmerzen lindern.

Reflexzonen

Das Schröpfen bewirkt außerdem die Aktivierung von Reflexzonen am Rücken, die in enger Beziehung zu inneren Organen stehen und auf diese einwirken. Durch den äußeren Reiz der Schröpfglocke wird das Bindegewebe verstärkt durchblutet und die Organtätigkeit der korrespondierenden Organe stimuliert. Dieses Konzept ist auch von der Schulmedizin anerkannt (Stichwort Head'sche Zonen) und wird als Erklärung für die heilenden/lindernden Effekte der Massagen, insbesondere der Bindegewebsmassagen, angeführt.

Außerdem wird durch das Schröpfen das Immunsystem angeregt und das Nervensystem harmonisiert (vegetative Umstimmung). Bei konstitutioneller Schwäche (Asthenie) kann das Schröpfen kräftigend und anregend wirken.

Hauptanwendungsgebiete

Das Schröpfen kann bei vielen Erkrankungen und Störungen angewendet werden, z.B. bei Bluthochdruck, Verspannungen, Rückenschmerzen, Ischialgie (Hexenschuss), verschiedenen Formen von Kopfschmerzen, Leber- und Gallenleiden sowie Lungenerkrankungen. Manche Therapeuten wenden das Schröpfen auch bei Müdigkeit und Schwächezuständen, sowie auch bei Fieber und Erkältungen an.

Grenzen

Das Schröpfen darf nicht angewendet werden bei der Einnahme blutverdünnender Medikamente. Auch Patienten mit Wundheilungsstörungen sollten diese Methode meiden. Wird eine Schröpfbehandlung nicht sachgerecht ausgeführt, kann es zu Symptom Verschlechterungen kommen. Bei kreislauflabilen Menschen kann eine vorübergehende Blutdrucksenkung auftreten. Die Behandlung sollte deshalb nur von einem seriösen, erfahrenen Therapeuten durchgeführt werden.

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