Boreout

Boreout


Nein, es ist kein Schreibfehler! Wir meinen nicht das Burnout. Das Burnout –Syndrom ist in aller Munde. Jedermann hat schon darüber gehört, kennt Menschen, die darunter leiden oder ist sogar selbst davon betroffen.

Beim Phänomen des Boreout wird der Betreffende krank, weil er Langeweile (boredom) im Job hat. Wenn Mitarbeiter ständig unterfordert sind und nur ihre Stunden bis zum Feierabend absitzen, kann sie das genauso krank machen wie eine permanente Überforderung.

Auswirkungen der permanenten Unterforderung sind Unzufriedenheit, Müdigkeit und Verlust der Lebensfreude. Die Auswirkungen können im Laufe der Zeit zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen, wie etwa zu Rücken- und Magenproblemen. Die gesundheitlichen Probleme unterscheiden sich nicht grundsätzlich von den Erkrankungen durch Überforderung (Burn out). Auch Boreout-Betroffene sind gereizt, leiden häufig unter Depressionen oder Schlafstörungen und fühlen sich leer. Viele sind nicht mehr so belastbar wie früher, gehen nur widerwillig zur Arbeit und sind anfälliger für Infekte.

Die Betroffenen schweigen. Es ist viel angesehener sich über zu hohe Belastung zu beschweren, als darüber zu klagen, dass man nicht genug zu tun hat, falsch eingesetzt ist oder kein Interesse an seiner Arbeit hat. Ein weiteres Problem ist die Angst um den Verlust des Arbeitsplatzes, wenn der Arbeitgeber feststellt, wie wenig der Mitarbeiter tatsächlich zu tun hat.

Leiden Sie an Boreout?

  • Erledigen Sie private Dinge während der Arbeit?
  • Fühlen Sie sich unterfordert oder gelangweilt?
  • Tun Sie ab und zu so, als ob Sie arbeiten würden – haben tatsächlich aber gar nichts zu tun?
  • Sind Sie am Abend müde und erschöpft – obwohl Sie gar keinen Stress hatten?
  • Sind Sie mit Ihrer Arbeit eher unglücklich?
  • Vermissen Sie den Sinn in Ihrer Arbeit, die tiefere Bedeutung?
  • Könnten Sie Ihre Arbeit eigentlich schneller erledigen, als Sie dies tun?
  • Würden Sie gerne etwas anderes arbeiten, scheuen sich aber vor dem Wechsel, weil Sie dabei zu wenig verdienen würden?
  • Verschicken Sie während der Arbeit private E-Mails an Kollegen?
  • Interessiert Sie Ihre Arbeit nicht oder wenig?

Auswertung: Wenn Sie mehr als viermal ein Ja eingesetzt haben, leiden Sie am Boreout oder sind auf dem Weg dorthin.

Desinteresse und Unzufriedenheit im Beruf gilt inzwischen als ernst zu nehmende gesundheitliche Gefahr. Sie entsteht beispielsweise, weil von Anfang an der falsche Beruf gewählt wurde. Weil man überqualifiziert ist. Oder weil die vorhandene Arbeit schlecht verteilt ist.

Wichtig ist, dass Arbeitgeber und Führungskräfte, sich zunächst selbst gut über das Phänomen Boreout informieren, um die Anzeichen bei ihren Mitarbeitern frühzeitig erkennen zu können. Eine wertschätzende Mitarbeiterführung und die Übertragung anspruchsvoller Aufgaben können dem Boreout vorbeugen, der Mitarbeiter kann wieder „Sinn” in seiner Beschäftigung finden.

(Quelle: Philippe Rothlin )

Ihre Gesellschaft für Vitalpilzkunde e.V.