Ernährung - ist Bio besser?

Ernährung - ist Bio besser?
Ernährung - ist Bio besser?
Zwischen biologisch und konventionell produzierten Lebensmitteln liegen Welten. Bio steht für ein anderes Geschäftsmodell, für alternative Vertriebswege und strenge Kontrollen (Biohöfe werden einmal im Jahr überprüft z.B. über den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln – konventionelle Höfe ca. alle 40 Jahre). Bio steht für ein anderes Lebensgefühl. Und meistens steht es auch für die Hoffnung, dass das Biogetreide irgendwie gesünder, da pestizidfreier, dass die Biomöhre mehr Vitamine enthält und das Bio-Fleisch von glücklichen Schweinen und Rindern stammt.

Immer noch meinen viele, dass es zwischen konventionellen Lebensmitteln und Bio-Produkten keine wesentlichen Unterschiede gibt. Doch was viele Biofans wussten bzw. geahnt haben, bestätigt eine umfangreiche Studie aus Österreich. „Am besten Bio“ – so fassen die Wissenschaftler Dr. Alberta Velimirov vom Ludwig-Boltzmann-Institut für Biologischen Landbau in Wien und der Risikoforscher Dr. Werner Müller ihre Ergebnisse zusammen. Dabei werten sie über 170 internationale Untersuchungen aus, die Inhaltsstoffe, Rückstände, Geschmack und landwirtschaftliche Auswirkungen auf die Umwelt der biologischen Lebensmittel mit denen herkömmlicher vergleichen. Laut dieser Studie enthalten Bio-Obst und Gemüse deutlich mehr Vitamine und MineralstoffeLexikon bei niedrigerer Schwermetall- und Nitratbelastung, außerdem besitzen sie bis zu 50 Prozent mehr sekundäre Pflanzenstoffe als Produkte aus konventionellem Anbau.

Der Einsatz von chemisch-synthetischen Stickstoffdüngern in der konventionellen Landwirtschaft stört z.B. die Bildung von Vitamin C. Die biologische Anbauweise hingegen wirkt sich positiv auf die Ausgewogenheit aller Inhaltsstoffe (Vitamine, MineralstoffeLexikon, etc.) aus. So hat z.B. Bio-Weißkraut 30% mehr Vitamin C als Weißkraut aus konventionellem Anbau. Äpfel und Tomaten aus ökologischem Anbau weisen ebenfalls einen deutlich höheren Vitamin C-Gehalt auf. Zwiebeln und Kartoffeln enthalten deutlich höhere Mengen an wichtigen Mineralstoffen (z.B. MagnesiumLexikon und Calcium).

Warum ist das so? Die biologische Anbauweise wirkt sich positiv auf die Ausgewogenheit aller Inhaltsstoffe (Vitamine, MineralstoffeLexikon etc.) von Obst und Gemüse aus. In jeder Frucht stecken sekundäre Pflanzenstoffe, die einen hohen Gesundheitswert für uns haben. Viele dieser Substanzen haben die Aufgabe, Schädlinge von Pflanzen abzuwehren. Folglich müssen die Pflanzen mehr natürliche Abwehrstoffe produzieren, was ihren Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen erhöht.

Allerdings ist nicht alles Gold was glänzt. So schaden z.B. Bio-Kartoffeln im März der Umwelt. Die zu dieser Zeit in Deutschland produzierten Bio-Kartoffeln werden manchmal gleich an Schweine verfüttert, weil die Bio-Kartoffel aus Ägypten besser aussieht. Dabei wird für den Anbau in der Wüste das Dreißigfache an Trinkwasser verbraucht. Trotzdem kann der Anbieter diese Kartoffel als Bio-Ware verkaufen. Denn Transportwege oder der Wasserverbrauch sind keine Kriterien für das Bio-Siegel. Produkte aus der Region sind dann das „bessere“ Bio.

Auch bei Bio-Milch muss die Kuh nicht als „Bio-Kuh“ artgerecht gehalten werden. Diese Kühe erhalten teilweise Kraftfutter. Allerdings dürfen die Ackerflächen, von denen das Futter stammt, nicht mit künstlichem Dünger bewirtschaftet werden. Gen-Futter ist ebenfalls verboten. Wer Bio-Milch vor allem aus Tierschutzgründen kauft, kann durchaus falschliegen. Trotzdem gibt es Unterschiede: Die Milch kranker und mit Antibiotika behandelter Kühe wird doppelt so lange von der Verarbeitungskette ausgeschlossen wie bei herkömmlich geführten Betrieben.

Beim Fleisch regen Antibiotika, ähnlich wie Wachstumshormone, die Fleischproduktion an. Seit 2006 sind Antibiotika als Futtermittelzusatz bei Rindern und Schweinen verboten. Allerdings schwächt die Massentierhaltung das Immunsystem der Tiere so sehr, dass sie anfällig für Krankheiten sind. Viele Tiere werden in der konventionellen Haltung daher weiterhin sehr häufig mit Antibiotika behandeln. Wer Fleisch von glücklichen Tieren haben will, sollte den Erzeuger persönlich kennen, denn Massentierhaltung ist auch bei Biofleisch durchaus erlaubt. Im Geschmack und bei Rückständen ist Biofleisch aber besser, da die Tiere in der Regel langsamer aufgezüchtet werden und dabei auf Wachstumspräparate verzichtet wird.

Ihre Gesellschaft für Vitalpilzkunde e.V.