Fieber das „heilsame Feuer“

Bewährte Hausmittel zur Fiebersenkung


Ursachen und Behandlung erhöhter Körpertemperatur


Die Stirn glüht, man fühlt sich schlapp und kraftlos und will am liebsten den ganzen Tag im Bett bleiben – das sind typische  Anzeichen für Fieber. Vor allem in der kalten Jahreszeit ist häufig eine starke Erkältung oder ein grippaler Infekt dafür verantwortlich. Fieber ist dann eine wirksame Waffe, mit der sich unser Körper gegen die Krankheitserreger zur Wehr setzt. Denn die erhöhte Körpertemperatur ist ein Zeichen dafür, dass unser Immunsystem funktioniert und versucht, Eindringlinge wie Viren und Bakterien unschädlich zu machen. Es ist daher durchaus berechtigt, dass Fieber seit mehr als 2000 Jahren auch  als „heilsames Feuer“ bezeichnet wird.


Unsere Körpertemperatur ist kein festgeschriebener Wert, sondern verändert sich im Laufe eines Tages um etwa 0,6 Grad Celsius. Nachts zwischen drei und fünf Uhr, ist sie am tiefsten, am späten Nachmittag erreicht sie ihren Höhepunkt. Dass der Organismus auch auf äußere Einflüsse flexibel reagiert, hat jeder schon am eigenen Leibe erfahren.  Wenn es draußen heiß ist, erhitzt sich auch der Körper. Er reagiert mit Weitstellung der Blutgefäße und vermehrtem Schwitzen, durch das Verdunsten des Schweißes auf der Haut kühlt er  wieder ab. Ist die Umgebungstemperatur hingegen zu kalt, versucht der Körper durch  Muskelzittern, die Temperatur wieder anzuheben. Wie unser Organismus auf Hitze oder Kälte reagiert, wird im Temperaturzentrum des Gehirns, dem Hypothalamus geregelt. Die  „normale“ Körpertemperatur liegt etwa zwischen 36 und 37,5 Grad Celsius. Kleinere Abweichungen nach oben oder unten können wir problemlos verkraften. Als erhöhte Temperatur bezeichnet man die Temperatur zwischen 37,6 und 38 Grad Celsius, von Fieber spricht man bei einer Temperatur über 38 Grad Celsius, und wenn die Temperatur über 39 Grad Celsius steigt, gilt das als hohes Fieber. Da der Kreislauf bei Erwachsenen ab 39 Grad Celsius erheblichen Belastungen ausgesetzt ist, sollten ab diesen Temperaturen sanfte fiebersenkende Maßnahmen zum Einsatz kommen.


Richtig Fieber messen


Mit dem traditionellen Fieberthermometer lässt sich  die Körpertemperatur im Mund (oral) unter der Achsel (axillär) und im After (rektal) messen. Dabei ergibt die axillär gemessene Temperatur einen um etwa 0,5 Grad Celsius niedrigeren Wert als die Rektaltemperatur; die orale Temperatur liegt zwischen diesen beiden Werten. Zuverlässig und schnell sind digitale Fieberthermometer, die die Körpertemperatur per Infrarot-Strahlung entweder im Ohr oder an der Stirn messen.


Grippale Infekte gehören zu den häufigsten Verursachern von Fieber. Es gibt aber eine Vielzahl von anderen Krankheiten, die ebenfalls zu Fieber führen können. Neben vielen Infektionskrankheiten können z.B. auch  eine Überfunktion der Schilddrüse, Rheuma, Nieren- oder Krebserkrankungen zu Fieber führen. Bei sehr sensiblen Menschen kann sogar starke seelische Belastung als Fieberursache in Frage kommen.


Dauert das Fieber länger als einen Tag und ist die Ursache unklar, sollte auf alle Fälle ein Arzt aufgesucht werden.


Heilung im Schlaf


Weil Fieber an unseren Kräften zehrt, ist Ruhe das oberste Gebot. Fieber macht müde. Man fühlt sich schlapp und abgeschlagen und hat ein deutlich erhöhtes Schlafbedürfnis. Das viele Schlafen bei Fieber ist einer der natürlichen Selbstheilungsmechanismen unseres Körpers. Denn im Schlaf ist unser Immunsystem besonders aktiv und kann die Krankheitserreger sehr gut bekämpfen. Wichtig: Auch wenn das Fieber bereits abgeklungen ist, sollte man sich noch drei Tage Ruhe gönnen, bevor man sich wieder ins Alltagsleben begibt.


Bewährte Hausmittel zur Fiebersenkung bei Erkältungskrankheiten:


Wadenwickel


Eine sanfte Art, das Fieber zu  senken, sind die altbekannten Wadenwickel, die von Müttern und Großmüttern schon seit vielen Generationen erfolgreich eingesetzt werden.
Wadenwickel eignen nur zur  Senkung von Fieber, wenn die Waden und Füße warm sind! Wenn Füße und Waden kalt sind oder der Kranke friert dürfen Wadenwickel nicht zur Fiebersenkung  angewendet werden.


Wadenwickel wirken durch milde Verdunstungskälte. Dazu werden z.B. zwei Handtücher in lauwarmem Wasser getränkt und etwas ausgewrungen. Die feuchten Tücher werden anschließend um die Unterschenkel  gewickelt. Die so gewickelten Beine werden zur Vermeidung einer Durchfeuchtung des Bettes auf einer saugenden Unterlage gelagert. Die Beine dürfen nicht zugedeckt werden, denn sonst verdunstet das Wasser nicht und es entsteht keine Verdunstungskälte. Das Fieber wird dabei bereits nach 20 Minuten um etwa 0,5 Grad Celsius gesenkt.
Die Wadenwickel werden entfernt wenn sie warm geworden sind, die Körpertemperatur abgesunken ist, der Kranke am Körper friert oder sich die Waden und Füße kalt anfühlen.

 

Hühnersuppe als Hausmittel


Obwohl man bei Fieber meist nur wenig Appetit hat, sollte man dennoch das Essen nicht vergessen. Leichte Kost ist ideal, z.B. die gute, alte Hühnersuppe, deren  heilende Wirkung bereits unsere Großmütter kannten. Die Hühnersuppe enthält  neben leicht verdaulichem Eiweiß auch ZinkLexikon, EisenLexikon und Vitamin B12.  Zudem liefert das mit gekochte  Gemüse (Lauch, Sellerie, Möhren, Zwiebeln) weitere wertvolle Vitamine und MineralstoffeLexikon. Außerdem trägt die Suppe dazu bei, den Flüssigkeitsverlust durch das Schwitzen auszugleichen.


Mit  Phytotherapie (Pflanzenheilkunde), das Fieber senken


Fieberkranke haben oft großen Durst. Lindenblüten und Holunderblüten sind hier die klassischen Teesorten, die in der westlichen Medizin verwendet werden. Beide haben einen angenehm blumigen Geschmack und wirken durststillend. In größerer Menge und möglichst warm eingenommen, regen sie zum Schwitzen an und helfen das Fieber zu senken. Auch Kamillenblüten und Thymian können zur Fiebersenkung eingesetzt werden. Eine gute Teemischung zur Fiebersenkung besteht aus:



  • Anis 20 (angestoßen)
  • Lindenblüte 20
  • Holunderblüte 20
  • Rosmarin 20
  • Weidenrinde 1 EL (angestoßen)

 



Zubereitung: 1 EL Teemischung + ¼ l kochendes Wasser; 15 Minuten ziehen lassen.

 

 Fieber das heilende Feuer

 

 Fieber ist tatsächlich eine sinnvolle Reaktion des Körpers, „ein reinigendes Feuer“, es beschleunigt den Stoffwechsel und damit auch die Entgiftung. Durch die erhöhte Temperatur können Enzyme und Eiweiße blockiert und gespalten werden. Viren oder Bakterien werden so auf natürliche Weise – das heißt ohne chemische Mittel – abgetötet und unschädlich gemacht. Wenn das Fieber zu schnell unterdrückt wird, kann kein natürlicher Heilungsprozess stattfinden. Wir müssen unserem Organismus dazu aber auch die nötige Ruhe geben, damit diese Prozesse unterstützt werden. Die Tendenz heute möglichst schnell „Symptom frei“ zu werden, um zur Arbeit gehen zu können oder die Freizeitaktivitäten weiter zu verfolgen, kann zur Verschleppung relativ harmloser Erkältungen führen, bis hin zu Lungenentzündungen und anderen schwerwiegenden Erkrankungen.


Ihre Gesellschaft für Vitalpilzkunde e.V.