Kartoffelsaison ist immer!

Kartoffelsaison ist immer!
Kartoffelsaison ist immer!

Warum der gute alte Erdapfel so gesund ist.


Amandine, Karlena, Soraya – diese klangvollen, etwas außergewöhnlich anmutenden Namen sind nicht der jüngsten Hitliste für Babynamen entnommen. Sie bezeichnen drei der über 200 in Deutschland zugelassenen Kartoffelsorten. Sie könnten ein Hinweis darauf sein, was alles in der Kartoffel steckt, denn die Vorzüge des äußerlich unscheinbaren Nachtschattengewächses liegen unter der rauen Oberfläche: Das knollige Gemüse hält lange satt, versorgt den Körper mit einer hohen Konzentration an wertvollen Nährstoffen und schlägt mit nur 80 Kalorien pro 100 Gramm 2,5 Mal weniger zu Buche als die entsprechende Menge Brot.

Die hervorragenden ernährungsphysiologischen Werte verdankt die Kartoffel ihrer besonderen Zusammensetzung. Während alleine 78 Prozent der Kartoffel aus Wasser bestehen, liefern komplexe Kohlenhydrate (15 Prozent) dem Körper Energie, die gut vorhält. Denn im Gegensatz zu Zucker, gelangt die Stärke nicht direkt ins Blut, sondern wird erst im Magen und Darm in seine Zuckerbausteine aufgespalten. Der Eiweißgehalt der Kartoffel ist mit 2 Prozent zwar vergleichsweise gering, doch dafür mit seinen essentiellen Aminosäuren, den hochwertigsten unter den Pflanzenproteinen, besonders wertvoll.

Reich an Vitaminen und Mineralstoffen


Wer die Kartoffel demnach für einen bekömmlichen, schmackhaften und – im metabolischen Sinne - ökonomischen Energielieferanten hält, hat also Recht, aber unterschätzt die gesunde Knolle noch. Die Kartoffel ist auch darum häufig Bestandteil von kohlenhydratbasierten Diäten, weil sie den Körper auch bei gemäßigter Kaloriendichte mit zahlreichen Nährstoffen versorgt. Dazu gehören die lebenswichtigen MineralstoffeLexikon KaliumLexikon, MagnesiumLexikon und EisenLexikon und neben den Vitaminen B1 und B6 vor allem eine hohe Konzentration an Vitamin C. Eine mittelgroße gekochte Kartoffel (180 g) enthält etwa 10 mg des wertvollen Vitamins. Das entspricht etwa einem Achtel des Tagesbedarfs eines Erwachsenen – und qualifiziert das Nahrungsmittel, das sich unter günstigen Bedingungen bis zu acht Monate lagern lässt, besonders auch für Notvorräte.

Nicht immer landen jedoch die wertvollen Nährstoffe mit der Kartoffel auch auf dem Teller. Der große Gewinn an Nährstoffen ist mit einer unsachgemäßen Lagerung der von Mai bis Oktober erntefrischen Kartoffel oder mit einer unachtsamen Zubereitung rasch dahin. Am besten bewahrt die Kartoffel ihre Nährstoffe, wenn sie ungewaschen an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort lagert - ideal sind Speisekammer oder Keller bei 4 bis 12 Grad Celsius.

Mit Schale kochen, aber ohne essen


Was ist nun bei der Zubereitung besonders zu beachten? Allem voran sollten Kartoffeln gewaschen und die grünen Stellen sowie die „Augen“ entfernt werden, um den Gehalt an Solanin, ein natürliches in der Kartoffel vorkommendes Gift, gering zu halten. Da die Vitamine direkt unter der Schale liegen und Vitamin C wasserlöslich ist, empfiehlt es sich, mit Schale zu kochen und in so wenig Wasser wie nötig – besonders schonend: gedämpfte Kartoffeln. Nur mitessen sollte man die Schale wegen möglicher Rückstände an natürlichen und chemischen Giften nicht.

Raffiniert verarbeitete Kartoffeln wie Pommes Frites sind demnach nährstoffärmer und auch wegen ihres Fettgehalts nicht die erste Wahl. Doch die Vielfalt an Rezepten aus unterschiedlichen Kulturkreisen lädt ein zu experimentieren. Und wer die unkomplizierte Küche liebt, der beschert sich mit Pell- oder Ofenkartoffeln serviert mit Quark und frischen Kräutern eine besonders leichte, leckere und vollwertige Mahlzeit, die noch dazu gut verdaulich ist – Guten Appetit!

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