Mundgeruch: Abhilfe schaffen

Mundgeruch: Abhilfe schaffen
Mundgeruch: Abhilfe schaffen
Mundgeruch ist peinlich, keine Frage. Keiner gibt gern zu, dass er unter Mundgeruch leidet. Kollegen, Freunde und die Angehörigen trauen sich nicht, etwas zu sagen. Mit Schweigen und Verschweigen ist jedoch niemandem geholfen: Denn Mundgeruch kann Ausdruck einer schweren Allgemeinerkrankung sein. Und er drängt Betroffene mitunter in die Isolation. Beide Seiten sollten schnell handeln: Außenstehende, indem sie auf das Problem aufmerksam machen, Betroffene, indem sie sich Hilfe suchen.

Mundgeruch kann kurzzeitig auftreten, beispielsweise nach dem Genuss stark riechender Speisen wie Zwiebeln oder Knoblauch. Mit entsprechender Mundhygiene können Sie den Geruch verringern. Bleibt der Mundgeruch jedoch dauerhaft bestehen, kann dies für die Betroffenen und das Umfeld ein belastender Störfaktor sein. Erst wenn Mundgeruch zum dauerhaften Problem wird, spricht man von krankhaftem Mundgeruch (Halitosis oder Foetor ex ore).

Es gibt eine Reihe von Erkrankungen, die zu Mundgeruch führen können. Meist liegt die Ursache jedoch in der Mundhöhle, im Nasen- und Rachenraum oder im Bereich der Nebenhöhlen. Mundgeruch entsteht zum Beispiel, wenn Bakterien Speisereste zersetzen und dabei Schwefelverbindungen oder andere Gase freisetzen. Insbesondere eiweißhaltige Nahrungsmittel wie Milch, Fisch oder Fleisch begünstigen Mundgeruch. Bei der Diagnose von Mundgeruch ist es wichtig, die Ursache aufzudecken. Unter Umständen sind Untersuchungen von verschiedenen Fachärzten erforderlich.

Zunächst sollte Ihr Zahnarzt Füllungen, Kronen und Zahnfleisch untersuchen: Liegen kariöse Zähne oder Zahnfleischentzündungen vor? Haben sich festsitzende Beläge zwischen den Zähnen oder auf der Zunge gebildet? Zumeist wird der Zahnarzt fündig, denn Untersuchungen haben ergeben, dass bei 85 – 90 % die Ursachen in der Mundhöhle zu finden sind.

Falls auch der Hals-Nasen-Ohren-Arzt keine Ursache findet, ist eine Untersuchung beim Internisten sinnvoll. Der Internist kann Magen-Darmerkrankungen ausschließen. So kann z.B. eine Gastritis zu schlechtem Atem führen. Auch Erkrankungen des Atmungstraktes, Leber- und Nierenerkrankungen können sich auf die Atemluft auswirken. Ein bekanntes Beispiel ist der Aceton-Geruch bei diabetischer Überzuckerung.

Raucher haben einen speziellen Mundgeruch. Außerdem vermindert Rauchen den Speichelfluss. Verminderter Speichelfluss und eine trockene Mundhöhle fördern das Auftreten von Mundgeruch. Aus diesem Grunde wirken sich auch bestimmte Medikamente, die als Nebenwirkung die Schleimhäute austrocknen, förderlich aus. Schnarchen, Dauerstress und auch Fastenkuren begünstigen aus diesem Grunde ebenfalls die Bildung von Mundgeruch.

Liegt dem Mundgeruch keine Krankheit zugrunde, können Sie mit guter Mund- und Zahnhygiene vorbeugen:


Verwenden Sie Zahnseide oder eine Zahnzwischenraumbürste für die Zahnzwischenräume.

Putzen Sie sich möglichst nach jedem Essen die Zähne, mindestens aber zwei Mal täglich. Vorsicht jedoch nach dem Genuss saurer Speisen, die den Zahnschmelz aufweichen (etwa Obst, Limonade oder Saft). Warten Sie dann nach dem Essen noch eine halbe Stunde, bis Sie Ihre Zähne putzen.

Reinigen Sie Ihre Zunge regelmäßig mit einer weichen Zahnbürste oder einem speziellen Zungenputzer (schabendes Instrument).

Nach dem Putzen sollte auch eine Mundspülung verwendet werden - allerdings kein antibakterielles Mundwasser, da es die nützlichen Bakterien der Mundflora zerstört. Am besten wirkt die Spülung mit Salbei und Kamille oder einer verdünnten Myrrhe-Tinktur.

Gehen Sie regelmäßig zur Kontrolle zum Zahnarzt, um mögliche Erkrankungen rechtzeitig zu entdecken.

Lassen Sie regelmäßig Zahnstein und festsitzende Beläge entfernen.

Essen Sie viel frisches Obst und Gemüse.

Trinken Sie ausreichend.

Zahnprothesenträger müssen ebenfalls ein besonderes Augenmerk auf die Prothesen- und Mundpflege legen, denn auch auf Zahnprothesen bilden sich Beläge und die Mundschleimhaut kann sich durch den Druck der Prothese häufiger entzünden.

Kaugummis oder Pastillen überdecken den Mundgeruch und fördern die Speichelbildung.

Viele Hausmittel bewähren sich den Atem frisch zu halten:


Ingwer: Bereits ein kleines Stück Ingwer auf der Zunge wirkt bakterienhemmend und erfrischt den Atem.
Petersilie: Kauen Sie einige Blätter. Das in den Blättern enthaltene Apiol neutralisiert unangenehme Gerüche
Zitrone: Ein paar Tropfen pur oder im Mineralwasser regen den Speichelfluss an und erfrischen den Atem.
Schwarztee: Die enthaltenen Geschmacks- und Farbstoffe im Tee haben eine Bakterien zersetzende Wirkung

Ihre Gesellschaft für Vitalpilzkunde e.V.

Quellen:
Gesenhues S. et al.: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin. Urban & Fischer Verlag. 6. Auflage 2010
Herold G.: Innere Medizin. Selbstverlag. 2011
Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität Zürich: Mundgeruch – Ursachen und Therapie (Stand: Mai 2008)