Nierensteine – Ursachen und Vermeidung

Nierensteine – Ursachen und Vermeidung
Nierensteine – Ursachen und Vermeidung
Wer einmal die kolikartigen Schmerzen erleben musste, die ein festsitzender Nierenstein verursacht, der wird sich bleibend daran erinnern. Dabei sind viel mehr Menschen „im Besitz“ dieser Steine, als man vermuten möchte. Statistisch gesehen muss jeder 25. Deutsche damit rechnen, mindestens einmal im Leben an Nieren- oder Harnleitersteinen zu leiden. Nur gehen viele kleinere Exemplare glücklicherweise unbemerkt mit dem Urin ab.

Wachsende Kristalle:
Die Nierensteine selbst entwickeln sich aus Bestandteilen des Urins, die normalerweise im Harn gelöst sind. Wenn sich diese Substanzen ablagern, können sie in verschiedenen Formen auskristallisieren. Die meisten Nierensteine bestehen aus Kalziumsalzen oder Harnsäure, sie können aber auch durch Infektionen der Harnwege entstehen.

Insgesamt sind mehr Männer betroffen als Frauen.
Am häufigsten erkranken Erwachsene im Alter zwischen 20 und 50 Jahren. Bei etwa einem Viertel der Betroffenen bilden sich immer wieder Harnsteine. Für diese Hochrisikogruppe ist eine genaue Stoffwechseluntersuchung besonders sinnvoll. Denn ein maßgeschneidertes Vorbeugungskonzept mit individuellen Trink- und Ernährungsempfehlungen, kann helfen, die Bildung weiterer Steine zu verhindern und die Nierenfunktion zu schützen.

Mehrere Ursachen kommen in Frage
– angefangen von falschen Ernährungs- und Trinkgewohnheiten über Harnwegsinfektionen bis zu Stoffwechselkrankheiten.

Der Säuregehalt des Urins hat einen Einfluss auf das Entstehen von Nierensteinen.
So fördert ein alkalischer Urin (pH-Wert > 7), dass sich phosphathaltige Steine bilden. Ein stark saurer Urin begünstigt die Bildung von Harnsäuresteinen und eventuell auch von Kalziumoxalatsteinen.

Harnwegsinfekte:
Sogenannte Infektsteine entstehen bei einer Infektion der Harnwege mit bestimmten Bakterien. Diese Krankheitserreger machen den Urin alkalischer, was die Steinbildung fördert.

Zu wenig Flüssigkeit:
Die Konzentration der Substanzen, aus dem sich ein Nierenstein bilden kann, ist bei solchen Menschen besonders hoch, die beim Essen und Trinken zu wenig Flüssigkeit zu sich nehmen und auch bei denen, die durch Schwitzen viel Körperflüssigkeit verlieren. Ähnliches passiert bei Durchfall-Erkrankungen oder chronischen Darmerkrankungen, weil dem Körper so zu viel Flüssigkeit entzogen wird und sich die Konzentration von steinbildenden Substanzen im Harn erhöht.

Empfehlungen für die Ernährung:
Bevorzugen Sie eine ausgewogene Mischkost, wie sie in der traditionellen mediterranen Küche üblich ist, und verzichten Sie so oft wie möglich auf Kochsalz. Tierische Fette (Wurst, Fleisch) sollte auf dem Speiseplan eher die Ausnahme bilden. Günstig sind Getreideprodukte, vor allem Vollkornprodukte, aber auch Gemüse und Obst. Je nachdem, aus welcher Substanz sich der Nierenstein gebildet hat, sollten Sie – nach Rücksprache mit dem Arzt – bei einzelnen Nahrungsmitteln zurückhaltend sein.

Falsche Ernährung:
Wenn Sie sich vor allem von Milch und Milchprodukten ernähren, erhöht sich die Konzentration von KalziumLexikon im Urin. Andere Lebensmittel, die viel Oxalsäure enthalten, können dazu beitragen, dass sich Kalziumoxalatsteine bilden. Dazu gehören fettes Fleisch, Innereien, Spinat, Rhabarber und rote Beete. Fleisch, Innereien und Wurst erhöhen aber auch die Menge an Purinen und Harnsäure im Blut – die Folge können Harnsäuresteine sein. Aber auch strenge Fastenkuren können den Harnsäurewert erhöhen und damit das Risiko, dass sich Harnsäuresteine bilden.

Körperliche Bewegung
tut immer gut und trägt auch dazu bei, dass sich kleine Nierensteine erst gar nicht festsetzen. Bei Übergewicht sollten Sie abnehmen – so können Sie das Risiko, Harnsteine zu bilden, senken. Das funktioniert am besten mit einer ausgewogenen Ernährung und viel körperlicher Aktivität.

Ernsthafte Komplikationen durch Nierensteine:
Es ist durchaus sinnvoll vorbeugende Maßnahmen gegen die Bildung von Nierensteinen zu ergreifen, denn es können schwerwiegende Komplikationen durch sie entstehen. So können Nierensteine z.B. zu Entzündungen des Nierenbeckens (Pyelonephritis) führen, oder es kann eine Blutvergiftung (Urospesis) durch eine Entzündung der ableitenden Harnwege und Einengung in den Harnwegen entstehen. In sehr heftigen Fällen ist unter Umständen ein akutes Nierenversagen möglich.

Ihre Gesellschaft für Vitalpilzkunde e.V.

Quellen:

Leitlinie der Dt. Ges. f. Urologie (DGU): Diagnostik, Therapie und Metaphylaxe der Urolithiasis (Stand: Februar 2009)
Herold G.: Innere Medizin. Selbstverlag. 2011