Hawlik / Mycopharma

  • Liebe Alle,


    seit einiger Zeit beschäftige ich fasziniert mit der Thematik von "Vitalpilzen" (lieber verwende ich die Begriffe "Heil- oder Medizinalpilze").
    Auch ich selbst bin aktiver Verbraucher und die wissenschaftlichen Hintergründe interessieren mich außerordentlich und erscheinen mir mit Blick auf die Zukunft sehr vielversprechend.


    Als neugierige Natur, die den Dingen gerne nachspürt, wollte ich unlängst herausfinden, was es eigentlich mit der Firma Mycopharma, die als Lieferant des renommierten deutschen Vertriebs von Hawlik in Strasslach fungiert, auf sich hat: wo sitzt diese Firma, wo und wie gewinnt sie die Rohstoffe, welchen Analysen werden diese unterzogen,etc.
    Was ich dabei fand, war zunächst ernüchternd: im Internet verfügbare Dokumente der US-amerikanischen und singapurischen Handelsbehörden dokumentieren, dass die Firma Mycopharma Pte Ltd. aus den dortigen Handelsregistern gestrichen wurde (wegen Nichterfüllung fiskalischer Vorgaben; es liest sich gewissermassen so, als ob der Verdacht bestand, dass die Firma in Konkurs sei). Ich wurde des Umstands gewahr, dass Mycopharma Teil eines Firmengeflechts ist/war (darunter Mycobiotech, Mycofarm, mehrere Firmen mit der generischen Bezeichnung Everbloom, etc.), von dem aber wiederum zahlreiche Firmen bereits seit einigen Jahren aufgelöst sind... (Meine Recherchen un Erkenntnisse waren umfangreich, dies ist nur ein kurzer Abriss).
    Da ich mir als Kunde von Hawlik auch Analysenzertifikate habe zukommen lassen (was man übrigens seitens Hawlik anstandslos tätigte - das finde ich sehr respektabel!) und diese als "Referenz" den Termiuns "Mycopharma" ausweisen, ist mir umso mehr daran gelegen, herauszufinden, wer/was/wo diese Firma eigentlich ist (Randbemerkung: es scheint, als ob Selen nicht durch die Analysenlabore getestet wird; angeblich (!?) soll dies beim Reishi aber eine kritische Größe sein - die Schwermetallanalysen sind leider nur sehr spärlich).
    All das mutet mir alles seltsam an und bereitet mir ein gewisses Unbehagen... weiß irgendjemand Näheres hierzu? Vielleicht lässt sich ja all das simpel zerstreuen!?


    Ich freue mich jedenfalls auf Euer aller Antworten und sende liebe Grüße in die Leserschaft


    MediFung

  • Hallo MediFung,


    erst mal ein herzliches Willkommen in unserer Forumsrunde!


    Die Laborkontrollen/Analysenzertifikate von den deutschen unabhänigen Labors waren und sind von der Fa. Hawlik immer gut und das ist das, was für uns, die GfV, und meiner Meinung nach auch für den Verbraucher (mir fällt jetzt leider kein anderes Wort ein für die Leute, die Pilzprodukte und -präparate zu sich nehmen) wichtig ist. Bezüglich der Fa. Mycopharma musst Du Dich bitte direkt mit der Firma Hawlik in Verbindung setzen, wenn Du nähere Informationen haben möchtest. Da können wir Dir leider nicht weiter helfen.


    Das mit dem Selen finde ich interessant. Selen sehe ich als Heilpraktikerin als Spurenelement/Nahrungsergänzungsmittel und nicht als Problem. Zink und Selen wird z.B. bei Tumorerkrankungen sogar supplementiert, weil wir in unseren Gegenden "selenarme" Böden haben und damit oft ein Selenmangel auftritt. Bei den Nährwertangaben, in die ich Einsicht hatte, lag der Reishi bei Selen unter der Nachweisgrenze. Aber man lernt ja nie aus. Daher würde mich interessieren, wo Du beim Selen ein Problem siehst und auf welche Grundlagen Du Dich beziehst.


    Du kannst Dich gerne per Mail an die GfV wenden: info@vitalpilze.de und uns Deine Unterlagen zukommen lassen.
    Wir sind immer dankbar für neue Erkenntnisse!


    Bitte melde Dich bei uns.


    Liebe Grüße :)


    Corinna

  • Hallo Corinna,


    vielen Dank für Deine Antwort. In Sachen Mycopharm werde ich eine entsprechende Anfrage mal an die Firma Hawlik richten...


    Was das Selen betrifft, so stimme ich Dir auf der Grundlage des wissenschaftlichen Erkenntnisstandes voll zu, dass es ein essentielles Spurenelement ist, welches möglicherweise in unseren Gefilden per Nahrungsaufnahme physiologisch unterrepräsentiert ist (wobei ich in diesem Kontext mich stets auch fr).habe ich mich durch eine Fundstelle im Netz (http://www.naturmedinfo.de/html/ganoderma.html) auf die Suche begeben. Dort heißt es zum Ganoderma lucidum:


    "Inhaltsstoffe: Die möglicherweise pharmakologisch wirksamen Bestandteile sind (...) Selen bis zu 72 µg/g Trockengewicht bei chin. Produkten (...); bei derart hohem Selengehalt ist eine Selenvergiftung bei längerer Einnahme von Pilzen von Standorten mit selenreichen Böden möglich."


    Aus CCME / Canadian Soil Quality Guidelines: SELENIUM / Environmental and Human Health Effects (Hervorhebungen durch mich):
    "The maximum safe, daily dietary dosage of selenium assessed is 400 µg/person. Adverse health effects may occur at daily dosage of 900–1600 µg/person, and selenosis occurs at 3200–5000 µg/person (...) Up to 88% of selenium biotransformed by these Varnished Polypore to organoseleno compounds occurred as water-soluble and alkaline-soluble proteins"
    (...)
    "In China, it is a very well known fact that there are some areas where human milk is known to contain extreme levels of selenium at both ends of the spectrum corresponding to the selenium content of the soil where the women live. An average of only 2.6 µg Se/L milk is reported in areas where soils are known to be selenium poor and levels as high as 283 µg/L are reported from a region where the soil contains elevated levels of the element (Levander 1989)."


    Nun mache ich mal eine grobe Rechnung auf:
    Mit Selen angereicherte Kulturen enthalten bis zu 72 µg/g Se im Fruchtkörper.
    Annahme1: in Se-reichen Böden wird eine ähnliche Konzentration erzielt.
    Für die Herstellung eines Reishi-Extrakts beträgt das Extraktionsverhältnis laut Mycopharma 11:1.
    Annahme2: 50% des Se im Fruchtkörper wird extrahiert (dies ist eine sehr konservative Annahme).


    Daraus würde sich in 1g Extrakt eine Dosis von 396 µg Se ergeben.


    Das bewegt sich eng an der oberen Grenze der oben benannten "maximum safe, daily dietary dosage of selenium". Wenn ich nun im www teilweise lese, welch immense Dosen Reishi konsumiert werden und auf der Grundlage einer sehr konservativen Annahme2, finde ich die Bestimmung des Se-Gehalts in Reishi durchaus von Bedeutung bzw. es wäre wichtig zu wissen, unter welchen Bedingungen der Reishi angebait wurde (Se-reiche oder Se-arme Kulturen).


    Dazumal laut Falandysz J., J Environ Sci Health C Environ Carcinog Ecotoxicol Rev. 2008 Jul-Sep;26(3):256-99, "Selenium in edible mushrooms." die therapeutische Breite von Se sehr schmal ist:
    "Selenium is a rather paradoxical element in that there is a small margin of safety between levels of selenium that constitute dietary deficiency and those that result in toxicity. (...) It should be noted that many manifestations of selenium toxicity are remarkably similar to those observed in cases of selenium deficiency, thus complicating the association of selenium levels in
    various media with adverse effects on organisms.
    "



    Vorsicht gilt es möglicherweise auch in Sachen Germanium walten zu lassen. Reishi enthält wohl bis zu 489 µg/g von diesem nicht-essentiellen Spurenelement (Quelle: Benzie IFF, Wachtel-Galor S, editors. Herbal Medicine: Biomolecular and Clinical Aspects. 2nd edition. Boca Raton (FL): CRC Press; 2011.)
    Die Toxizitätsschwelle von Germanium scheint sehr niedrig zu liegen (wenig gesicherte Erkenntnisse).


    All dies lässt mich in Sachen Reishi etwas zurückhaltend sein (ausgelöst wurde all dies bei mir durch nächtliche Übelkeit, die ich nach der Einnahme von täglich einer Kapsel Reishi Extrakt/Pulber verspürte - der Zusammenhang erschien mir frappierend, weshalb ich nach und nach versuchte, mich in Sachen Reishi zu informieren)...


    Ich hoffe, es sind ein paar Anregungen dabei!?


    Erstmal liebe Grüße


    MediFung

  • Liebe Alle,


    der Fairness halber und damit hier keine verunsichernden Informationen im Netz stehen- und sichtbar bleiben, möchte ich noch einen Nachtrag zum Thema "Mycopharma" liefern: das von mir oben genannte Unternehmen Mycopharma Pte Ltd. und die MARKE Mycopharma® (http://www.mycopharma.net/) scheinen demnach in keinem Zusammenhang zu stehen.


    Liebe Grüße MediFung

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  • Liebe/r MediFung,


    vielen Dank für Deine Ehrlichkeit!


    Magst Du mir mal schreiben, was Du für Beschwerden hast und weshalb Du den Reishi genommen hast? Ich denke, hier finden wir am ehesten des Rätsels Lösung. Wenn Du nicht öffentlich schreiben willst, kannst Du mir gerne eine PN schreiben. Schreib´ bitte auch, ob und welche Medikamente Du einnimmst. Vielleicht verträgt sich irgendwas nicht mit dem Reishi. Bei Hashimoto Thyreoiditis, die mit L-Thyroxin behandelt wird, haben wir diesbezüglich schon Rückmeldungen bekommen. Hast Du die Kapsel nüchtern genommen oder zum Essen?


    Und wie gesagt: die Laborkontrollen vom Selen des Reishi der Fa. Hawlik waren unter der Nachweisgrenze und der Gehalt des Germanium im Reishi wird in der Tumortherapie hoch geschätzt. Wie Du schon schreibst, kommt es sicherlich auf den Nährstoffgehalt der Anbauböden an und das scheint laut Laborwerten in Ordnung zu sein.


    Konnte ich Dich damit beruhigen? Wenn nicht, zögere bitte nicht, Dich noch einmal zu melden.


    Ich wünsche Dir auf jeden Fall eine gute Besserung :) .


    Liebe Grüße


    Corinna