Hallo Maja,
ich finds auch klasse, daß Du Deine Erfahrungswerte weiterträgst! Würden das alle immer machen, kämen mehr Infos zusammen und es gibt ja schließlich doch recht viele T-Ärzte, die sehr wohl Augen und Ohren aufhalten, um Alternativen zu finden und die dankbar für solche Erfahrungsberichte sind bzw. wären!
Vielleicht gehört die Klinik mit dazu, wäre ja prima, denn dann würden sie anderen Betroffenen diese alternativen Möglichkeiten auch mal empfehlen können.
Ob Du das Ranetidin weiter geben sollst, kann ich Dir nicht wirklich beantworten.
Ren-i-tidin gibt es als Regulator für die Magensäureproduktion und dann gibts wohl noch Ran-e-tidin 150 mg von Wellfox Industrial Limeted (China), aber komme da nicht weiter, weil meine Seite der EU-zugelassenen Tierarzneimittel momentan nicht aufrufbar ist.
Ran - i - tidin würde ich sicherlich nicht zu lange geben.
Hier das, was ich gefunden habe:
Anwendungseinschränkungen
Kontraindikation
- Hypersensibilität (Plumb 1999)
Nur mit Vorsicht zu verabreichen
- Patienten mit verminderter Nierenfunktion (Plumb 1999)
Allgemein
Nebenwirkungen sind nach therapeutischen Dosierungen in der Veterinärmedizin sehr selten (Plumb 1999; Allen 1993a).
Lokale Nebenwirkungen
Nach der i.m.-Verabreichung können an der Injektionsstelle lokale Schmerzen auftreten (Plumb 1999; Allen 1993a).
Systemische Nebenwirkungen
Aus der Humanmedizin werden folgende Symptome beschrieben:
- Psychische Verwirrung und Kopfschmerzen
- Agranulozytose (selten)
- Vorübergehende kardiale Arrhythmien (Bradykardien), beobachtet nach schneller i.v.-Applikation (Plumb 1999; Allen 1993a)
- Hautausschlag
- Diarrhö
- Konstipation
- Libidoverlust (Allen 1993a)
Gastrische Hyperazidität
Ein klinisch relevanter Nachteil der H2-Antagonisten ist die hohe Rezidivrate der gastroduodenalen Ulzera nach Absetzen der Therapie. Dafür verantwortlich ist höchstwahrscheinlich die reaktive Hyperazidität. Drei Stunden nach einer einmaligen Verabreichung eines H2-Rezeptorantagonisten kommt es infolge der Magensäuresekretionshemmung zu einer erhöhten Gastrinplasmakonzentration. Das Gastrin stimuliert nachfolgend die G-Zellen der Magenmukosa, was erst nach Absetzen der H2-Rezeptorantagonisten offensichtlich wird. Die erhöhte Sensibilität der Belegzellrezeptoren bei Ulzerapatienten bringt ein erhöhtes Risiko einer Hyperazidität mit sich (Boothe 2001a).
Beim Hund und bei der Ratte wird infolge der Gastrinwirkung eine Hypertrophie der Mukosa beschrieben. Sie kommt unabhängig davon zustande, welcher Wirkstoff zur Hemmung der Säuresekretion verabreicht wurde (Ryberg 1988 ). (hab ich mal extra hervorgehoben)
Endokrine Störungen
Soweit heute bekannt, ist die antiandrogene Wirkung von Ranitidin wesentlich schwächer ausgeprägt als diejenige von Cimetidin. Über Einzelfälle von Gynäkomastie unter der Therapie mit Ranitidin ist berichtet worden, der kausale Zusammenhang ist jedoch fraglich; eine Erhöhung der Prolaktinkonzentration im Plasma konnte nicht nachgewiesen werden (Forth 1998 ).
Leber
Während der Ranitidintherapie wurden Leberstörungen beobachtet, die in ganz seltenen Fällen sogar sehr schwerwiegend waren (Forth 1998 ).
Niere
Unter der Ranitidintherapie kommt es nur sehr selten zu einer Erhöhung der Plasmakreatininwerte, wie dies bei Cimetidin der Fall ist. Dies ist auf die niedrigere Dosierung von Ranitidin zurückzuführen (Forth 1998 ).
Blut und blutbildende Organe
In vereinzelten Fällen wurden Leukozyto- und Thrombozytopenien beschrieben (Forth 1998 ).
Haare
Ranitidin wird mit einem vermehrten Haarausfall in Zusammenhang gebracht (Forth 1998 ).
Überempfindlichkeitsreaktionen
Wie viele andere Arzneimittel kann auch Ranitidin zu Überempfindlichkeitsreaktionen wie Urticaria, Anaphylaxie, Angioödem, Bronchialkrampf und Schock führen. Diese Zwischenfälle sind jedoch sehr selten (Forth 1998 ).
Bakterien
Beim kranken neonatalen Fohlen muss in Betracht gezogen werden, dass bei einem alkalischen pH über eine längere Zeit der Schutz der sauren Umgebung des Magens vor einer Überwucherung mit Bakterien nicht mehr gewährleistet ist (Sanchez 2001; Holland 1997a). Die Magensäure wirkt nur bei einem pH von 3 oder tiefer bakterizid; steigt der pH an, geht diese Wirkung verloren. Beim Menschen und Fohlen wurden während der Therapie mit H2-Blockern Nebenwirkungen in Form von bakteriellen Infektionen sowohl im Darmtrakt, als auch in der Lunge beschrieben, die auf den erhöhten Magen-pH zurückzuführen waren (Holland 1997a).
Tachyphylaxie
Allgemein gilt für die H2-Blocker, dass es während einer Langzeitanwendung zu einer Tachyphylaxie kommen kann (Safholm 1994).
Dosierung - allgemein
Die Dosierungsempfehlungen sollten nicht unterschritten werden, denn dadurch werden die klinischen Symptome der Magenulzera zwar gelindert, schwerwiegende Ulzerationen bleiben jedoch in der Mukosa bestehen (Allen 1993a).
Monitoring
Beim Menschen wurde nach hochdosierten i.v.-Verabreichungen über mehr als 5 Tage eine erhöhte Serum-ALT (Alaninaminotransferase)-Konzentration gemessen; bei hohen Dosen und chronischer Therapie sollten die Serum-ALT Werte überwacht werden. Zudem sollte die klinische Wirksamkeit überprüft werden: die klinischen Symptome sollten zurückgehen und eine endoskopische Untersuchung kann die Heilung der Mukosa bestätigen; zusätzlich sollte auf Blut im Kot usw. geachtet werden (Plumb 1999).
Laborwerte
Bei bestimmten Präparaten kann es zu falsch positiven Urin-Protein Messungen kommen. Während der Ranitidintherapie wird empfohlen, das Sulfosalicylsäure-Reagenz zur Bestimmung des Urinproteins zu verwenden (Plumb 1999).
spezielle Dosis und Anwendugsformen
Hund - Ranitidinhydrochlorid
intravenös
Säuresekretionshemmung
- 0,5 mg/kg alle 12 h (Allen 1993a)
Gastroduodenale Ulzera
- 2 mg/kg alle 8 h (Plumb 1999)
- 0,5 mg/kg 2 × täglich (Plumb 1999)
- 0,5 - 1 mg/kg (Kraft 1999)
Gastritis, Pankreatitis, Refluxösophagitis
- 0,5 - 1 mg/kg (Kraft 1999)
Gastrinom
- 0,5 mg/kg 2 × täglich (Plumb 1999)
Emesis in Zusammenhang mit Hyperazidität oder gastrointestinalen Ulzera
- 2 mg/kg alle 8 h (Lorenz 1992a)
oral
Säuresekretionshemmung
- 0,5 mg/kg alle 12 h (Ungemach 1999c; Allen 1993a)
- 1 - 2 mg/kg 2 × täglich (Suter 2000e; Allen 1993a)
- 2 mg/kg alle 8 - 12 h; die Therapie sollte während 3 - 4 Wochen durchgeführt werden (Lorenz 1992a)
Gastrointestinale Ulzera
- 2 mg/kg alle 8 h (Plumb 1999)
- 0,5 mg/kg 2 × täglich (Plumb 1999)
- 0,5 - 2 mg/kg 2 - 3 × täglich (Kraft 1999)
Pankreatitis
- 0,5 - 2 mg/kg 2 - 3 × täglich (Kraft 1999)
Ösophagitis / Refluxösophagitis
- 0,5 - 2 mg/kg 2 - 3 × täglich (Kraft 1999)
- 1 - 2 mg/kg 2 × täglich (Plumb 1999)
Chronische Gastritis
- 0,5 mg/kg 2 × täglich (Plumb 1999)
- 0,5 - 2 mg/kg 2 - 3 × täglich (Kraft 1999)
Gastrinom (canines Zollinger-Ellison Syndrom)
- 2 mg/kg alle 12 h; 2 h nach der Ranitidintherapie sollte Sucralfat (0,5 - 1 g/kg alle 8 h) verabreicht werden (Lorenz 1992a).
- 2 - 4 mg/kg 2 × täglich (Plumb 1999)
- 0,5 mg/kg 2 × täglich (Plumb 1999)
Hypergastrinämie infolge Nierenversagens
- 1 - 2 mg/kg 2 × täglich (Plumb 1999)
Hyperhistaminämie infolge Mastzelltumor
- 2 mg/kg alle 12 h (Plumb 1999)
Regurgitation
- 2 mg/kg 2 × täglich während 2 - 3 Wochen. Die gleichzeitige Verabreichung mit anderen oralen Antazida sollte vermieden werden, weil dadurch die Absorption der H2-Blocker vermindert werden könnte (Lorenz 1992a).
Emesis in Zusammenhang mit Hyperazidität oder gastrointestinalen Ulzera
- 2 mg/kg alle 8 h (Lorenz 1992a)
subkutan
Gastrinom
- 0,5 mg/kg 2 × täglich (Plumb 1999)
Toxizität
Anwendungssicherheit
Es gibt bisher nur wenige klinische Erfahrungen mit Ranitidinüberdosierungen. Bei Labortieren sind sehr hohe Dosierungen (225 mg/kg/Tag) mit Muskeltremor, Erbrechen und erhöhter Atemfrequenz verbunden; eine einmalige Verabreichung von 1 g/kg führte zu keinen Todesfällen (Plumb 1999).
Chronische Toxizität
Hund: nach p.o. 50 mg/kg 1 × täglich oder 5 mg/kg 2 × täglich während 7 Jahren: auch nach dieser Langzeitverabreichung von höheren Dosen als den therapeutisch empfohlenen, sind keine Veränderungen im Magen festzustellen und auch die Sekretionskapazität der Belegzellen bleibt uneingeschränkt (Spurling 1989).
Therapie bei Überdosierung
Die Therapie einer Überdosierung sollte nach den bei Vergiftungen üblichen Behandlungsprotokollen durchgeführt werden. Falls nötig sollten allfällige Symptome symptomatisch und unterstützend behandelt werden. Mittels Hämodialyse und peritonealer Dialyse kann Ranitidin aus dem Körper eliminiert werden (Plumb 1999).
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Ich denke auch, wenn die AB abgesetzt sind, wird es Pacco besser gehen.
Übrigens würde ich evtl. Hericium erhöhen. Könnte mir vorstellen, daß er momentan 2 x tgl. Hericium vertragen könnte. Du schreibst "Kapsel", bekommt er also Hericium-Extrakt?
Was spricht gegen Pulver?
Nur eine Idee.
Liebe Grüße + Krauler,
Silke