Erfahrungsbericht Cordyceps Depression



  • 2010 wurde bei mir eine depressive Episode diagnostiziert. Die depressive Symptomatik war jedoch seitdem mal mehr, mal weniger ständiger Begleiter.


    Besonders zu schaffen machte mir die extreme Gereiztheit, ständige Erschöpfung und sich um alles Gedanken und Sorgen zu machen. Der Schlaf wurde leichter, ich war hypersensibel, brach wegen Kleinigkeiten in Tränen aus, vergaß ständig Sachen, konnte mich schwer längere Zeit konzentrieren und war extrem angespannt. Natürlich habe ich auch gelacht und war auch mal fröhlich, aber längst nicht so, wie ich es früher gewohnt war. Die Leichtigkeit war weg, alles fühlte sich schwer an, war anstrengend und überforderte mich.


    Antidepressiva lehnte ich aus Angst vor Nebenwirkungen zunächst ab. Ein Johanniskrautpräparat brachte nur wenig Erleichterung.
    Recht früh versuchte ich es mit dem Heilpilz Cordyceps, genau gesagt mit einem Kombipräparat aus Cordyceps, Reishi und Hericum für "Innere Ruhe".
    Auch wenn es sich "nur" um ein Naturpräparat handelt, die Wirkung war heftig. Ich merkte schon extrem schnell einen deutlichen Effekt. Ich fühlte mich tatsächlich vitaler und entspannter, auf der anderen Seite fühlte es sich seltsam matschig im Gehirn an, so als ob dort erstmal alles umgestrickt wird. Erschrocken über diese Reaktion hörte ich nach 2 Tagen mit der Einnahme auf.
    Danach dokterte ich mit diversen Nahrungsergänzungsmitteln herum, jedoch mit kaum merklichem Erfolg. Mit viel Schlaf und Ruhe hielt ich irgendwie durch.


    Nach Jahren, als es mir mal wieder richtig schlecht ging, fiel mir erneut das Heilpilzpräparat in die Hand und ich startete einen neuen Versuch. Ich hatte gelesen, dass Cordyceps wie ein MAO-Hemmer wirken soll. Zudem wusste ich, dass man chemische MAO-Hemmer mindestens 3 Wochen einnehmen soll, damit die volle Wirkung eintritt und sich der Körper einstellt.
    Also war ich fest entschlossen das Cordyceps-Kombi-Präparat mindestens 3 Wochen lang zu nehmen.


    Das Ergebnis: Es wirkt! Die Symptome waren nicht komplett weg, aber deutlich gemildert. Das matschige Gefühl im Kopf ließ nach einiger Zeit nach und der Körper hat sich offenbar auf die Wirkstoffe eingestellt. Dank der Heilpilze war ich in der Lage wieder den Alltag zu bewältigen ohne das Gefühl zu haben, dass ich nur noch erschöpft in mein Bett fallen will. Aus meiner Erfahrung heraus, muss die Einnahme jedoch regelmäßig (bei mir 3x täglich 1 Kapsel ungefähr immer um die gleiche Uhrzeit) erfolgen, sonst kommt irgendwann wieder ein leicht matschiges Gefühl im Kopf.


    Letztendlich habe ich jedoch nach fast 2 weiteren Jahren gemerkt, dass die Heilpilze zwar deutlich Erleichterung bringen, jedoch allein nicht ausreichen, um die depressive Symptomatik voll in den Griff zu kriegen.
    Nach 6 Jahren herumdoktern mit Naturheilkunde, Nahrungsergänzungsmitteln und Heilpilzen musste ich einsehen, dass jetzt endlich ein Antidepressivum (in meinem Fall: Citalopram) her muss.


    Alle Menschen in meinem Bekanntenkreis, die an Depressionen litten haben recht fix durch die Einnahme von Antidepressiva zu ihrer alten Energie zurück gefunden. Nebenwirkungen hat keiner.
    Heute denke ich: als Ergänzung oder Unterstützung zum Ausschleichen seines Antidepressivums ist Cordyceps bestimmt sehr gut, als alleiniges Medikament bei Depressionen reicht es nicht. Ich habe 6 Jahre meines Lebens unnötig verschenkt.


    Trotzdem haben Heilpflanzen, -pilze etc. sicher Potenzial bei depressiven Störungen eingesetzt zu werden und ich würde mir in dem Bereich mehr medizinische Forschung wünschen. Vielleicht ist es sogar irgendwann möglich,die chemischen Wirkstoffe durch natürliche zu ersetzen.


    Liebe Grüße und Gesundeit

  • Hallo vitalia,


    du hast einen wunderbaren offenen und hilfreichen Beitrag ins Forum gestellt. Ich bin auch der Meinung, dass mit den Vitalpilzen und anderen naturheilkundlichen Mitteln nur leichtere depressive Verstimmungen gut zu behandeln sind. Bei schwerwiegenden Depressionen ist oftmals die Entscheidung Antidepressiva zu nehmen die richtige und verhindert lange und qualvolle "Selbstversuche". Leider werden in der Öffentlichkeit Antidepressiva oft als Teufelszeug hingestellt und es wird nicht berücksichtigt, dass sie den Menschen wieder ein würdiges Leben geben können und Selbsttötungsgedanken oder Taten verhindern helfen.


    Alles Gute


    rham