Ihr lieben Menschen von GfV,
von den verschiedenen Seiten zu Vitalpilzen zieht mich eure deutlich am meisten an - nicht zuletzt wegen eures tollen Forums. Da kommt in einem sehr angenehmen ungestelzten Tonfall sehr viel Menschenliebe und Kompetenz rüber.
Vielleicht ein bisschen zu voreilig habe ich bereits für mich verschiedene Pilze bestellt: Reishi- und Maitake-Tabl., Shitake- und Hericium-Extrakte und Coriolus als Tabletten und als Extrakt (Migräne, Asthma, Trigeminusneuralgie, Bluthochdruck, Übergewicht, oft Durchfall und viel Übelkeit).
Besonders für meinen Sohn Simon möchte ich euch allerdings erst um Rat fragen, welche Pilze für ihn die richtigen sind. Er ist 29, sehr stark geistig behindert und kann nicht sprechen oder sonstwie ausdrücken "heute habe ich die oder jene Beschwerden". Er ist
oft stark autoaggressiv, schlägt sich mit der Faust auf die Nase oder donnert den Kopf an die Wand oder die Zähne ins Knie. Das macht er in erster Linie, wenn es ihm nicht gut geht oder wenn er sich ärgert - aber auch, wenn er in überschäumender Freude nicht weiß, wohin mit seinem Gefühl. Alles ist bei ihm ganz ungebremst. Da er nur sehr unsicher und nur in Begleitung laufen kann,
kann er sich auch kaum über Bewegung abreagieren.
Seine Grunderkrankung "Tuberöse Sklerose" ist sehr vielgestaltig, kann so gut wie keine oder - wie bei ihm - ganz massive Auswirkungen haben. In seinem Fall bedeutet das: gravierende Veränderungen im Gehirn, so genannte Tubera (Knoten), die im Laufe der Zeit mehr oder weniger verkalken. Er ist Epileptiker, hatte schon als Baby viele Anfälle und ist sehr stark eingeschränkt - in seinen Bewegungsmöglichkeiten wie auch intellektuell. Simon hat aber ein wahnsinniges Gespür für Atmosphärisches und kann wundervoll und mitreißend lachen - das sind die Momente, in denen mir ganz warm ums Herz is und ich nichts anderes zum Glücklichsein brauche! Er ist ein dünner großer Schlacks, isst aber unheimlich gern und kann sehr gut unterscheiden, was schmeckt und was nicht.
Individuell unterschiedlich kann die Tuberöse Sklerose auch sonst im Körper zu starken Veränderungen führen. In Augen, Herz, Leber, Milz und Nieren kann es zu Organveränderungen kommen. Wir beide haben gerade einen 3-1/2-wöchigen Krankenhausaufenthalt hinter uns, weil in seiner Niere schnell gewachsene und unbemerkte Gewebswucherungen gerissen waren, die zu starkem Blutverlust geführt haben. Von allen als kurze Gallenkolik falsch interpretiert, sind wir erst Tage nach dem einmaligen Schmerzzustand, ohne es zu ahnen, in letzter Minute ins Krankenhaus gekommen. Dort wurden die Gewebswucherungen durch eine radiologisch durchgeführte Embolisation großflächig verödet und die Sickerstellen geschlossen. Eine Operation hätte wohl zum Verlust der Niere geführt und außerdem hatte er dazu schon viel zu viel Blut verloren. Ich bin dankbar, dass er überlebt hat.
Dort hat man auch seine - von mir allen Ärzten seit vielen Jahren geschilderten - Probleme mit dem Aufstoßen das erste Mal ernst genommen. Simon braucht ewig, wenn er im Bett liegt, bis er einschlafen kann. Immer wieder muss er sich hoch setzen und dann wackelt er hin und her und schlägt sich, bis irgendwann endlich die Luft als erlösender Rülpser rauskommt. Selbst wenn er schon schläft, wird er so oft wieder wach. Das zieht sich dann meist über Stunden hin, bis er irgendwann vor Erschöpfung einschläft. Schon als Baby konnte er kaum "Bäuerchen" machen. Man hat nun im Krankenhaus bei einer Gastroskopie eine kleine Zwerchfellhernie festgestellt, die laut Oberarzt aber "nicht die Luftproblematik erklärt", außerdem eine leichte Magen-Schleimhaut-Entzündung und eine leichte Reflux-Ösophagitis - lt. Biopsie mit unspezifischem Ösophagus-Ulcus - also Alarm in der Speiseröhre!!
Als jemand, der die Homöopathie immer der Schulmedizin vorgezogen hat, habe ich in dieser Notfallsituation im Krankenhaus, in der es um Leben oder Tod ging, zwangsläufig die dortige Therapie akzeptiert. Das heißt: höchst dosierte Antibiotika, wegen der hohen Infektionsgefahr in den großen abgetöteten Gewebsarealen - juckreizstillende Medikamente, weil er einen wahnsinnig juckenden Ausschlag "unbekannter Ursache" bekam und sich rund um die Uhr blutig kratzte - Pantozol für die Magen/Reflux-Situation.
Unser Homöopath hat die schrecklich vielen Durchfälle nach der Antibiotika, den Juckreiz und Simons anhaltende Appetit- und Durstlosigkeit relativ schnell wieder beheben können. Die Schwierigkeiten mit dem Aufstoßen sind allerdings nach wie vor da - auch mit Pantozol, das ich gerne bald wieder absetzen lassen möchte.
Immerhin scheint es Simon, der seit einer Woche wieder in seiner Dorfgemeinschaft betreut wird, nun nach all dem wieder relativ gut zu gehen - trotz der Nachricht vor 2 Tagen, dass Blutströpfchen beim Wasserlassen zu sehen waren - da sie nicht geronnen waren, sind sie wohl nicht aus der Niere - wir müssen die nächsten Befunde abwarten.
Seit 2 - 3 Jahren hatte Simon immer wieder Schwäche- und Müdigkeitsphasen, die wir jetzt zunächst auf bereits früher vorhandene, unbemerkte Blutungen zurückgeführt haben. Nach der Embolisation waren sie allerdings vermehrt vorhanden - auch noch nach Wochen zu Hause - bis Simon vom Hausarzt seine erste Vit.-B-12-Spritze bekam! Bereits am nächsten Tag war der Spuk verschwunden und ist nun seit Wochen nicht mehr wiedergekehrt. Man hatte einen B-12 Wert von 86 festgestellt - die Norm ist 200 -600. Ob es eine Blutungsanämie oder die viel schlimmere perniziöse Anämie ist, wird sich zeigen. Man hat im Laufe der Jahre bei den Blutkontrollen immer wieder leicht anämische Werte und Eisenmangel festgestellt und therapiert - B-12 ist aber nie getestet worden.
Außerdem hat Simon Hautprobleme mit Juckreiz - überwiegend auf der Kopfhaut, ab und zu auch an Ohren und Nasenflügeln: Es ist ein zum Teil gelblich-wachsiger, zum Teil fester, trockener, sich abschuppender bzw. Schorf bildender Belag.
Das ist alles sehr viel - ich weiß - und eine Empfehlung sicher keine einfache Übung. Ich habe aber soviel Zutrauen in euer Wissen und in die Kraft der Vitalpilze, dass ich euch herzlich um eure Unterstützung bitten möchte, was Auswahl und vorsichtige Dosierung angeht.
Auf ein wenig Besserung hoffe ich - nicht auf Wunder.
Mit lieben Grüßen aus Hessen
Gila
